• vom 03.08.2018, 12:00 Uhr

Gemeine


Friedrich II.

Kein blauer Dunst in Preußen




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Raucher tolerierte Friedrich II. nicht.
  • Religionsfreiheit war ihm jedoch ein Anliegen.
  • Zu Frage 2 der Nro. 384.

Schnupftabak war die große Leidenschaft des Preußenkönigs.  - © Bild: J. Stöber; in: Dr. G. Böse, Vom Rauchen und vom Rauchtabak, Leipzig 1938

Schnupftabak war die große Leidenschaft des Preußenkönigs.  © Bild: J. Stöber; in: Dr. G. Böse, Vom Rauchen und vom Rauchtabak, Leipzig 1938

Sofern ich nicht allzeit gesegneten Leibes (d.h. schwanger, Anm.) gewesen, hätte mich gewiss niemand aufgehalten, mich persönlich diesem so meineidigen Feind entgegenzusetzen." Diesen in unterschiedlichen Versionen existierenden Ausspruch Maria Theresias gibt Richter i.R. Mag. Peter Michael Rath, Wien 7, wieder. Die Schelte galt dem Hauptprotagonisten der Frage 2 der Nro. 384, Preußenkönig Friedrich II. Dieser wiederum bezeichnete die Habsburgerin (neben Zarin Elisabeth und Madame Pompadour) als eine von "drei Erzhuren Europas", weil sie eine Allianz gegen ihn gebildet hätten.

War er ein "Großer"?

Dass die beiden Feinde werden würden, war nicht von Anfang an ausgemacht. So geht laut Herbert Beer, Wolfpassing, die Fama, dass "Friedrich sie heiraten" sollte, "als sie noch jung waren; aber Maria Theresia entschied sich für Franz Stephan."

Er hatte viele Gesichter : Friedrich II. (1712-1786) war brutaler Despot, fortschrittlicher Reformer und Kulturmensch. 

Er hatte viele Gesichter : Friedrich II. (1712-1786) war brutaler Despot, fortschrittlicher Reformer und Kulturmensch. © Gemälde (Ausschnitt): David Matthieu, 1740er Er hatte viele Gesichter : Friedrich II. (1712-1786) war brutaler Despot, fortschrittlicher Reformer und Kulturmensch. © Gemälde (Ausschnitt): David Matthieu, 1740er



Als "höchst unzuverlässigen Bündnispartner" bezeichnet Mag. Robert Lamberger, Wien 4, den Preußen. "Dies zeigte sich bereits in den . . . Schlesischen Kriegen, die nach dem Tod Karls VI." 1740 ausbrachen.

"Als Friedrich vom Tod des Kaisers erfuhr", so Dr. Karl Beck, Purkersdorf, "teilte er seinem Gefolge mit, dass er Schlesien okkupieren werde . . . Es war ein Überfall mitten im Frieden. Niemand hatte geahnt, dass dieser charmante Fürst . . . nicht nur mit Champagnerfesten seine Zeit vertändelt, sondern vorbereitet war auf die Expansion Preußens."

"Krieg als Mittel zum Zweck, Bündnisse und Verträge als tagespolitische Nützlichkeit, die man jederzeit brechen" kann - so fasst Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, die "Haltung Friedrichs vereinfachend" zusammen.

Er war "voller Widersprüche", betont schon zitierter Tüftler Beer. Einerseits "brutaler Despot, der seine Untertanen in blutige Schlachten schickte", andererseits "Reformer": Er schaffte weitgehend "die Folter ab, förderte Wirtschaft und Religionsfreiheit".

Ob er ein "Großer" war oder nicht - darüber scheiden sich in der Gemeine die Geister. Mit Augenzwinkern natürlich. Dr. Gottfried Mazal, Bisamberg, streut dem Zeitreisenschreiber für seinen Artikel in der Juni-Ausgabe über die Auseinandersetzung zwischen Maria Theresia und Friedrich zwar Rosen, konnte es sich aber "nicht verkneifen festzuhalten", dass dieser "auf Österreichisch immer noch als Friedrich der Zweite, den die Preußen den Großen nannten, bezeichnet wird."




weiterlesen auf Seite 2 von 3




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-01 16:56:27
Letzte Änderung am 2018-08-01 17:19:45


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Höhenflüge am seidenen Faden
  2. Land des Lächelns, Land des Leids
  3. Rotkäppchen und der böse Fritz
  4. Auf Biegen und Brechen
  5. Wie man Merkur die Flügel stutzte

Werbung





Werbung