• vom 06.09.2018, 16:00 Uhr

Gemeine


Aeronautische Abenteuer

Höhenflüge am seidenen Faden




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"Would you like to ride in my beautiful balloon?", sang die US-Band "The 5th Dimension" 1967 in "Up, Up and Away", das Gerhard Toifl, Wien 17, zum Thema einfällt - "Jugenderinnerungen werden wach". So wird auch Blanchard seine Sophie gefragt haben, ob sie in seinem schönen Ballon mitfahren wolle. Sie "sagte . . . "Ja" und sie waren auf, auf und davon"!

Das Glück - für den Aeronauten war es die zweite Ehe - endete jäh. Jean-Pierre erlitt auf einer Ballonfahrt 1809 einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall, stürzte ab und starb in der Folge. Dr. Albert Axmann, Wien 23: Danach übernahm Sophie, die zahlreiche Ballonfahrten mitgemacht hatte, das Geschäft, "um sich über Wasser zu halten. Sie baute auch akrobatische Vorführungen in ihre Ballonfahrten ein."

"Bei einer dieser Darbietungen in Paris . . . am 7. Juli 1819", informiert Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, "begann der Ballon durch einen zu früh explodierenden Feuerwerkskörper zu brennen". Sophie überlebte nicht.

Zittern um Sohn

Damit in die Donaumetropole, wo Ballonspektakel fest mit dem Namen Stuwer verbunden sind. Johannes Georg Stuwer (1732-1802) war, wie Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, ausführt, "Kunstfeuerwerker . . . und erhielt von Maria Theresia ein Privileg zur Ausübung seiner Kunst." Joseph II. erlaubte ihm für Großveranstaltungen die Nutzung der Jesuitenwiese im Prater (später "Feuerwerkswiese"). Stuwer war es, der am 6. Juli 1784 "den ersten bemannten Ballonaufstieg" im Wiener Raum ausführte.

Es war ein mit dem Boden verbundener Fesselballon. "Am 25. August" wird, so Mathilde Lewandowski, Payerbach, das Stuwersche Gefährt jedoch zum "freifliegenden bemannten Ballon, da ein Halteseil reißt." Kurz darauf landet die Besatzung, darunter Stuwers Sohn Kaspar, "in den Donauauen".

Woher das Geld für solche Aktionen kam, beschäftigte OStR Mag. Tania Koller, Wien 15: "Die Feuerwerke waren wegen großer Besucherzahlen recht einträglich. Einnahmen brachte dem "k.k. privilegirten (sic) Kunst- und Lustfeuerwerker" außerdem der Verkauf von Feuerwerkskörpern aus eigener Erzeugung . . . Da gab es "Handpufferl", "Chinesische Bäume", "Mordschläge" oder "Granaten"."

Dr. Alfred Komaz, Wien 19, erinnert mit "Aloys Joseph Beckh-Widmannstetten" (verschiedene Schreibweisen; 1753-1849) an einen fast unbekannten Ballon-Pionier. Dessen Familie besaß "die exklusiven Rechte zur Herstellung von Druckerzeugnissen im Herzogtum Steiermark", zählte "also nicht gerade zu den Ärmsten". Der Erwähnte machte u.a. "schon 1784 (am 14. Jänner, Anm.) - und zwar noch vor den Experimenten J. G. Stuwers . . . - in Wien Versuche mit einem Heißluftballon", die er aber "nicht weiter verfolgte". Die "Wiener Zeitung" berichtete damals von dem an Schnüre gebundenen "Luftballen" mit "74 Zoll (knapp 2m, Anm.) im Durchmesser".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-06 10:36:07
Letzte Änderung am 2018-09-06 10:41:45


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