• vom 02.03.2018, 07:30 Uhr

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Fundstück

Der Großvater des Kopierers




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    Modernste Büroausstattung wurde am 5. März 1904 in der "Wiener Zeitung" präsentiert: Eine ganze Spalte war für Annoncen aus diesem Bereich reserviert: Neben der Hammond-Schreibmaschine ("12 Buchst. pro Sek."!), speziellen Mappen ("Unverwüstlich!"), dem "Koh-i-noor" ("anerkannt bester Bleistift"!) und anderen Produkten fand sich ganz unten auf der Zeitungsseite auch die hier wiedergegebene Reklame für einen Vervielfältigungs-Apparat. Das Gerät namens "Cyclostyle" funktionierte folgendermaßen: Den gewünschten Text verfasste man auf einem wachsbeschichteten Papier - entweder per Schreibmaschine, die mit ihren Lettern das Wachs durchschlug, oder per Hand mit einem Spezial-Stift; an dessen Spitze war ein kleines Rädchen angebracht, das das Wachs beim Schreiben perforierte. (Daher auch die Wortschöpfung Cyclostyle: lat. cyclus = Rad; lat. stylus = Stift.) Per Walze trug man auf die Wachsschablone Farbe auf, die durch die Perforation auf das darunterliegende Papier gelangte: Fertig war die Kopie!

    Musste man ursprünglich jedes Blatt separat anfertigen, wurde das Gerät bald weiterentwickelt, sodass man nur an einer Kurbel zu drehen brauchte, um die Abzüge automatisch herzustellen.

    Erfinder dieses Apparates war David Gestetner. 1854 in Ungarn geboren, ließ er sich - nach glücklosen Stationen unter anderem in Wien und den USA - in London nieder. Seine Abziehmaschinen wurden zum internationalen Verkaufsschlager. Bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus kopierte man auf der ganzen Welt nach dem Prinzip "Gestetner". Abgelöst wurde es letztlich durch die bis heute gebräuchliche Technik des Fotokopierens. (rei)





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-02-28 13:23:54
    Letzte Änderung am 2018-02-28 14:36:38


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