• vom 06.04.2018, 07:00 Uhr

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Fundstück

Ein Menschenleben für 17 Karat




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    © Faksimile: WZ-Archiv. Repro: Moritz Szalapek © Faksimile: WZ-Archiv. Repro: Moritz Szalapek

    Noch seltener als Edelsteine sind Abbildungen in unserem Blatt im 18. Jahrhundert. Bis auf teilweise prunkvoll gestaltete Titelköpfe und einige wenige Schmuck-Vignetten gibt es so gut wie keine Illustrationen. Diese einfache Skizze eines zum Kauf oder Tausch angebotenen Diamanten, erschienen im "Anhang zur Wiener Zeitung" am 16. April 1783, stellt eine Ausnahme dar.

    Aus der Anzeige geht auch hervor, was man damals unter einem "billigen Preis" für den "ohne mindester Mackel" in Rautenform geschliffenen 17-Karäter verstand: "ein Haus in Wien".


    Andernorts betrug der Gegenwert für einen Diamanten dieser Größe nicht weniger als ein Menschenleben. So liest man in einem anno 1840 publizierten "Hülfsbuch beim Unterrichte in der Geographie für Lehrer (...)" über das Diamantenwaschen in Brasilien, wo der Hof das Recht darauf gepachtet hatte: Findet ein Sklave einen Diamanten, der (im Rohzustand, also ungeschliffen) mehr als 17 Karat auf die Waage bringt, "so wird er mit der Freiheit beschenkt".

    Allerdings tauchen "im Laufe des Jahres auf allen Wäschereien zusammen 2 oder 3 Diamanten" auf, die derartig groß sind. Auf dieses "seltene Glück" durften Sklaven also kaum hoffen. (rei)




    Schlagwörter

    Fundstück, Zeitreisen

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-04-04 14:54:03
    Letzte Änderung am 2018-04-04 15:01:36



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