• vom 03.05.2018, 14:00 Uhr

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Fundstück

Konsumpalast am Abgrund




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    © "WZ"-Faksimile: Moritz Szalapek © "WZ"-Faksimile: Moritz Szalapek

    Der Schneider Jacob Rothberger, k.u.k. Hoflieferant mit Sitz im Herzen der Donaumetropole, bot per "WZ"-Annonce vom 5. Mai 1895 ein Service, das heute in vollem Schwange ist: Versandhandel. Man möge nur einen Musterrock bzw. die genauen Maße einschicken, nach denen dann die Ware gefertigt werde.

    Rothberger, geboren 1825, hatte sich als Schneider in den 1850ern in Wien niedergelassen und im Laufe der Jahrzehnte ein großes Unternehmen gegenüber dem Stephansdom etabliert. Er setzte nicht nur auf die althergebrachte Maßanfertigung, sondern auch auf Konfektionsware. Neugestaltung und Expansion des gutgehenden Kaufhauses Rothberger Ende des 19. Jahrhunderts brachten dem jüdischen Firmenpatriarchen Anfeindungen, etwa von einem gewissen Joseph Gregorig, christlichsozialer Gemeinderat, glühender Antisemit und, als Hemdenmacher, Konkurrent Rothbergers (zu Gregorig vgl. Fundstück in Zeitreisen Nro. 368, Februar 2017). Das Warenhaus am Stephansplatz wurde 1938 "arisiert", 1945 brannte der Gebäudeblock zwischen Goldschmiedgasse und Jasomirgottstraße ab. (rei)





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-05-03 09:54:34
    Letzte Änderung am 2018-05-03 11:19:33


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