• vom 31.05.2018, 10:00 Uhr

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Nach dem Inferno




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    Man saß wohl mit einem mulmigen Gefühl in den Theatersesseln, seit beim verheerenden Brand des Wiener Ringtheaters etwa 400 Menschen ums Leben gekommen waren. (Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, die genaue Zahl konnte nie eruiert werden.) Dem Brandschutz galt danach - endlich - erhöhte Aufmerksamkeit. Als die hier abgebildete Anzeige am 1. Juni 1882 in der "Wiener Zeitung" erschien, war der Prozess nach der Katastrophe vom 8. Dezember 1881 seit etwa zwei Wochen zu Ende. Im Zuge der Gerichtsverhandlung waren die unsäglichen Schlampereien ans Licht gekommen, die so viele Menschen das Leben gekostet hatten. Das Urteil - ausführlich nachzulesen samt Begründung in der "WZ" vom 17. Mai 1882 - fiel milde aus. Theaterdirektor Franz Jauner fasste vier Monate Gefängnis aus, von denen er nur einige Wochen verbüßte.

    Die als "Extincteure" bezeichneten Feuerlöscher, hergestellt in Wilhelm Knausts Maschinenfabrik in der Nähe des Augartens, funktionierten nach einem ähnlichen Prinzip wie die in der Anzeige ebenfalls erwähnten "Mata Fuegos" (span., "Feuerlöscher"): Im Löschwasser im Behälter sind alkalische Salze gelöst. Soll der Feuerlöscher zum Einsatz kommen, wird Schwefelsäure untergemischt, wodurch Druck entsteht, der das Wasser aus dem "Extincteur" treibt. Knausts Unternehmen war damals führend in der Herstellung von Feuerwehrutensilien.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-05-30 12:46:08
    Letzte Änderung am 2018-05-30 14:59:23


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