Was kann (und soll) die Zivilgesellschaft tun?

Philipp Schönrock vom kolumbianischen Think Tank CEPEI verwies auf die Bedeutung des kommenden Jahres 2019 für die Agenda 2030 – in diesem Jahr würden die SDGs überprüft und neue Richtlinien erstellt. Dies sei eine Chance vor allem für die Zivilgesellschaft, sich stärker einzubringen und damit dem Bereich nicht-staatlicher Akteure mehr Geltung zu verschaffen. Er regte auch an, die HLPF 2019 Berichte anderer Länder genauer unter die Lupe zu nehmen im Hinblick auf Beteiligungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft. Wie wird diese in den Umsetzungsprozess der Agenda 2030 integriert und wo kann sie überall auf nationaler Ebene Einfluss nehmen? Darauf basierend sollte dann ein eigener Bericht erstellt werden, mit Vorschlägen, wie man die Möglichkeiten für zivilgesellschaftliche Partizipation in Österreich verbessern könne. Eine weitere Anregung zielte auf die Bildung von Partnerschaften ab, etwa mit SDG Watch oder ähnlichen Organisationen in anderen Ländern. Das übergeordnete Ziel müsse sein, den Konsens und die transformatorische Kraft der Agenda 2030 zu erhalten und zu stärken, meinte Schönrock abschließend.

In der den Vormittag abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Silke Steiner, Reinhold Lang, der Sprecher Nachhaltige Universitäten und Anja Appel von SDG Watch Austria teilnahmen, war vor allem Botschafterin Sylvia Meier-Kajbic, stellvertretende Leiterin der Sektion Entwicklung im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, gefordert. Sie wurde mit zahlreichen kritischen Fragen bezüglich der bisherigen Unzulänglichkeit der Agenda 2030 Umsetzung durch die österreichische Regierung konfrontiert. Der Vorwurf des Mangels an inhaltlicher Kohärenz und des Fehlens eines klaren, öffentlichen Bekenntnisses der Regierung zu den SDGs, das dann auch die Bereitstellung entsprechender budgetärer Mittel nach sich zieht, beantwortete sie mit Verweis auf die durchaus erfolgreiche Bilanz der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und die zahlreichen, in diesem Bereich gesetzten Aktivitäten.

Mit "Good Practice" zur Umsetzung der Agenda 2030

Der Nachmittag der Veranstaltung stand dann ganz im Zeichen informativer und inspirierender Workshops, zwischen denen die Teilnehmer wählen konnten und die sich mit den Themen "Rolle der Zivilgesellschaft für die Umsetzung der Agenda 2030" und "Erfolgreiche Strategien zur Implementierung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele auf lokaler Ebene" befassten. Den jeweiligen lebhaften Diskussionen, in denen alle Teilnehmer Gelegenheit erhielten, Vorschläge zu machen und konkrete Projekte vorzustellen, folgte eine Abschlussrunde, wo die im jeweiligen Workshop erarbeiteten Ergebnisse zusammengefasst wurden.