Die von den Vereinten Nationen 2015 festgelegten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) und der Agenda 2030 sichtbarer und transparenter zu machen und der Wiener Bevölkerung nahe zu bringen ist eine große Herausforderung und eine wichtige Aufgabe, der sich die für wirkungsorientierte Finanzierung zuständige, gemeinnützige Social City Tochtergesellschaft imfino und die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (United Nations Development Organization – UNIDO) nunmehr verstärkt gemeinsam widmen wollen. Der erste Schritt zur Erreichung dieses Ziels wurde am 9. Jänner gesetzt, als Phillippe Scholtès, Leiter der Abteilung für Programmentwicklung und technische Zusammenarbeit (PTC) der UNIDO, und Richard Vrzal, Geschäftsführer von imfino, eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit unterzeichneten.

Die  internationale Partnerschaft soll zur Nachhaltigkeit beitragen - © UNIDO
Die  internationale Partnerschaft soll zur Nachhaltigkeit beitragen - © UNIDO

"Diese Partnerschaft ist eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam an innovativen Finanzierungslösungen zu arbeiten, um die erheblichen Defizite bei der SDG-Finanzierung zu schließen, indem Synergien zwischen öffentlichen und privaten Investitionen und den technischen Hilfsdiensten von UNIDO geschaffen werden," zeigte sich Philippe Scholtès begeistert.

Mittels innovativer Finanzierung die SDGs stärken

Die Impact Finance Organisation imfino ist mit der Absicht gegründet worden, die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs) voranzubringen und mittels sogenannter wirkungsorientierter Finanzierung zur Lösung sozialer und ökologischer Herausforderungen beizutragen, sowie innovative Finanzierungsinstrumente für Nachhaltige Städte und Gemeinden zu entwickeln.

Richard Vrzal, Geschäftsführer von imfino, nahm die Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zum Anlass, die Ziele seiner Organisation näher zu erläutern: "Wir wollen durch verschiedene Programme innovative Finanzierungsinstrumente bereitstellen. Dazu gehören der Zugang zu Finanzmitteln für kleine und mittlere Unternehmen und der Sustainable Impact Investing Standard (SIIS) für die Messung der Auswirkungen von Projekten und Initiativen auf die SDGs. Das soll dabei helfen, die unterschiedlichen finanziellen Herausforderungen durch Impact Finance zu meistern. Dies geschieht unter anderem auch durch den Aufbau von Partnerschaften mit internationalen Organisationen sowie öffentlichen und privaten Partnern, um die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen."

Die nunmehr unterzeichnete Gemeinsame Erklärung etabliert die Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit zwischen imfino und UNIDO, um gemeinsam die Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und der Erklärung von Lima über inklusive und nachhaltige industrielle Entwicklung (Inclusive and Sustainable Industrial Development (ISID)) zu fördern und voranzutreiben. Ein ehrgeiziges Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn es gelingt, neue, innovative Finanzierungsmöglichkeiten zu mobilisieren. Mit ihrer Hilfe soll der wachsende Trend zur wirkungsorientierten Finanzierung (impact finance) gestärkt, die auf der Basis der Agenda 2030 definierten Ziele für Nachhaltige Entwicklung unterstützt, und Synergien, insbesondere zwischen den Nachhaltigkeitszielen SDG-9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und SDG-11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), geschaffen werden.

Partnerschaft zwischen imfino und UNIDO noch enger als bisher

Die Zusammenarbeit von UNIDO und imfino hat eine erfolgreiche Vorgeschichte – sie hat sich bei diversen Initiativen, wie beispielsweise der Organisation der jährlich stattfindenden "Bridge for Cities" Konferenz, bereits bestens bewährt. Gemeinsam haben die beiden Organisationen die Stadt Wien als Partner für eine engere Zusammenarbeit zur Förderung der SDGs gewonnen. Außerdem haben sie Medienevents und Kampagnen zur Förderung von wirkungsorientiertem Investment (Impact Investment) organisiert, ein an den Nachhaltigkeitszielen orientiertes Instrumentarium zur Wirkungsmessung entwickelt, und innovative Finanzierungsmodelle zur Erreichung der SDGs konzipiert.

Mit der Gemeinsamen Erklärung wird diese bereits sehr fruchtbare Zusammenarbeit von imfino und UNIDO nun noch enger und um einige wichtige Bereiche erweitert, die für die Umsetzung der SDGs von entscheidender Bedeutung sind. "Dies ist der Beginn einer großartigen Gelegenheit für die internationalen Organisationen, insbesondere für diejenigen, die an ergebnisorientierten Projekten beteiligt sind, um durch die technische Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedstaaten Impact Finance anzuwenden. Dadurch erhöhen sie die sozialen und ökologischen Auswirkungen, indem sie innovative Finanzlösungen einsetzen, um die wichtigsten Prioritäten der nachhaltigen Entwicklung jedes Landes zu erreichen," unterstrich Emebet B. Amenu-Zotter, Direktorin für internationale Beziehungen bei imfino, die Vorteile der beiderseitigen Zusammenarbeit.

Wichtige gemeinsame Vorhaben umfassen unter anderem den aktiven Dialog zur Verbesserung an der Agenda 2030 orientierten Zusammenarbeit zwischen Städten, sowie zwischen Stadtregierungen und dem Wirtschaftssektor, und von Firmen untereinander. Damit einhergehend soll der Bereich Impact Investment noch stärker als bisher gefördert werden – beispielsweise durch die Formulierung von entsprechenden gemeinsamen Projekten und enge Zusammenarbeit bei der Eruierung von finanziellen Fördermöglichkeiten für Initiativen, die eine nachhaltige städtisch-industrielle Entwicklung begünstigen. Konkret geplant sind auch gemeinsame Initiativen zur Entwicklung von Projekten, die darauf abzielen, Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMUs) und allgemein Unternehmen in Entwicklungsländern Zugang zu Finanzierung zu ermöglichen im Sinne einer Stimulierung der ISID-Ziele und als Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen; die Entwicklung von Impact Investment zur Erreichung der SDGs in Bezug auf branchenspezifisches Wissen; und schlussendlich Entwicklung und Austausch von innovativen Finanzierungsoptionen sowie von Instrumenten zur Wirkungsmessung.

"Wir freuen uns, gemeinsam mit imfino als Partner bei der Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente in Bereichen wie der Wirkungsmessung und der Blockchain-Technologie mitzuwirken, denn nur durch Innovation können wir die Art und Weise, wie wir an der Erreichung der Agenda 2030 arbeiten, wirklich ändern", meinte George Perera, UNIDO Finanzdirektor, abschließend.