Wien. 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der UNO im Rahmen der Agenda 2030 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) mit 169 Unterzielen. Dieses Rahmenwerk ist ein gemeinsamer Fahrplan in eine nachhaltige Zukunft für alle Menschen.

Wie aber sieht es nun aber mit der konkreten Umsetzung aus? Welchen Stellenwert haben die SDGs in Wien? Inwieweit werden die UN-Nachhaltigkeitsziele auf politischer, institutioneller und zivilgesellschaftlicher Ebene bereits berücksichtigt? Und welche weiteren Initiativen sollten gesetzt werden, um die SDGs sichbarer zu machen und im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern?

Mit "Solution Talks" zu nachhaltigen Lösungen

Schon in der Schule müssten junge Menschen, insbesondere auch Mädchen und Frauen, für Forschung und Entwicklung begeistert werden, fordert der Leiter der WZ-Akademie, Wolfgang Renner. - © Vrzal
Schon in der Schule müssten junge Menschen, insbesondere auch Mädchen und Frauen, für Forschung und Entwicklung begeistert werden, fordert der Leiter der WZ-Akademie, Wolfgang Renner. - © Vrzal

Viele Fragen, auf die eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Solution Talks" Antworten finden will. InitiatorInnen und VeranstalterInnen sind die Social City Wien und die mit ihr verbundene Impact Finance Organization (imfino), gemeinsam mit UNIDO, der Wiener Bildungsakademie, dem Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen, sowie der Ersten Bank und der russischen Öl- und Gasgesellschaft LUKOIL. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist die Verabschiedung einer "Wiener Deklaration", in der sämtliche Stakeholder sich ausdrücklich zur Umsetzung und Ausgestaltung der SDGs in konkreten Projekten verpflichten.

Der Auftakt zu dieser Veranstaltungsreihe fand im Vienna International Center statt, wo das wirtschaftspolitisch zentrale SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur - im Mittelpunkt stand. Ein Plenum aus hochkarätigen VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Universitäten, sowie der Zivilgesellschaft stellten konkrete Initiativen und Projekte ihrer jeweiligen Organisationen und Institutionen zu diesem Nachhaltigkeitsziel vor.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von Moderatorin Ursula Oberhollenzer von der Agentur für nachhaltige Kommunikation, blue cube. Nach einem kurzen historischen Rückblick auf die Entstehung der SDGs, kam Oberhollenzer umgehend auf Wien zu sprechen, wo 2018 der eigentliche Startschuss für die SDGs im April fiel, als der designierte Bürgermeister Michael Ludwig sich bei einem Roundtable im April ausdrücklich zur Umsetzung der SDGs in Wien bekannte und dazu, die Vereinten Nationen und deren Nachhaltigkeitsziele stärker als bisher im Bewusstsein der Wiener Bevölkerung zu verankern. Dieser wichtige Punkt wurde bei der Veranstaltung am Freitag auch von Kai Bethke, dem External Relations Direktor der UNIDO, und Martin Nesirky von UNIS United Nations Information Service aufgegriffen. Beide unterstrichen die Notwendigkeit, die UNO ihrer Gaststadt Wien und deren Bevölkerung näher zu bringen. Bislang seien "die Nachhaltigkeitsziele noch längst nicht ausreichend in den Herzen der Menschen verankert," meinte Bethke.