Daran knüpfte Emil Diaconu an, der betonte, er als Wiener und Geschäftsführer der Social City Wien sei jedenfalls "stolz darauf, gemeinsam mit der UNIDO in Wien für die Menschheitsziele zu arbeiten und sie insbesondere auch jungen Menschen zu vermitteln." Diaconu unterstrich auch die Notwendigkeit, die Nachhaltigkeitsziele nicht nur jeweils einzeln zu betrachten, sondern zusammenhängend und interdisziplinär. Die geplante Wiener Deklaration sei als konkreter Maßnahmenplan zu verstehen und umzusetzen. Als Beispiel für gelungene SDG-Umsetzung verwies Diaconu auf die Aktivitäten der Social City Wien, die mit den Stadtmenschen und dem österreichischen Jugendfriedenspreis seit Jahren nachhaltige Projekte verwirklicht.

Bildung und Innovation im Fokus

Ein Hauptschwerpunkt der nachfolgenden Plenumsdiskussion lag auf dem Thema Bildung als Voraussetzung für Innovation und nachhaltige wirtschaftliche und technologische Entwicklung. Hier zeigte sich Johann Karmel von Ecoduna, ein Unternehmen, welches ein biotechnisches Produktions¬verfahren für Mikroalgen erfunden und patentiert ist überzeugt, dass Innovation nur durch eine Bildungsoffensive vorangetrieben werden kann. Für ihn sind neue Produktionstechnologien der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum. Gezielte Förderung von Bildung und Innovation sei deshalb absolut notwendig zur Erreichung der SDG-Ziele.

Dies trifft auch auf den Bereich Digitalisierung zu, wo ein möglichst breiter Zugang zu Netzwerken und innovativer Technologie die Grundvoraussetzung für Fortschritt in diesem Bereich ist. Hier meldete sich der Vertreter des bfi Wien, Thomas Toifl, zu Wort und unterstrich, Hauptziel und wichtigste aktuelle Herausforderung für seine Organisation sei es, Digitalkompetenz auf breiter Ebene zu vermitteln.

Marcus Schober von der Wiener Bildungsakademie zeigte sich überzeugt von der Notwendigkeit, SDG-relevante Inhalte stärker in Lehrplänen zu verankern. In diesem Sinne plant auch die wba, in Zukunft ihr Kursangebot im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele auszuweiten.

In puncto Bildung und Vermittlung von Medienkompetenz sei in Österreich allerdings noch viel zu tun, gab Wolfgang Renner, Leiter der Wiener Zeitung – Akademie, zu bedenken. Er wies darauf hin, dass "derzeit gerade einmal 3,7 Prozent des BIP für Forschung ausgegeben wird, was Österreich zum "Innovation Follower" macht." Schon in der Schule müssten junge Menschen, insbesondere auch Mädchen und Frauen, für Forschung und Entwicklung begeistert werden. Das könnte zum Beispiel geschehen, indem man Ergebnisse der angewandten Forschung in Form von "storytelling unter Verwendung von "easy language" den Kindern und Jugendlichen nahebringt, meinte Renner.

Best-Practice Initiativen für Bildung und Digitalisierung

Im Folgenden wurden auch etliche best-practice Initiativen zur Aus- und Weiterbildung vorgestellt, so etwa das Global Volunteer Project, durchgeführt von der Jugendorganisation AIESEC in Kooperation mit der UNO. Im Rahmen dieser Initiative haben junge Menschen die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen und dort in SDG-relevanten Projekten mitzuarbeiten. Das so erworbene Wissen kann nach der Rückkehr in neuen oder schon bestehenden Projekten und Initiativen eingebracht und umgesetzt werden. Ein ähnliches Projekt wurde von Klara Krgovic von der NGO Globale Verantwortung vorgestellt: eine Ausbildung zum SDG-BotschafterInnen für JugendbetreuerInnen.