Eine spannende SDG-relevante Digitalisierungsinitiative stellte die Technische Universität (TU) Wien vor. Professorin Gerti Kappel präsentierte das E-learning Programm "MOOCs", das Bildung für alle zugänglich machen wird. Bei diesem ersten "Massive Open Online Course" handelt es sich um eine Einführungsvorlesung ins Programmieren, dessen Realisierung mit Hilfe von Public-Private Partnership gelang.

Eine weitere spannende Initiative zur Integration von Digitalisierung in Bildungseinrichtungen ist die 3-D Brille der Volkshochschule Wien, die ab dem Herbstsemester 2018 Menschen zur Verfügung gestellt wird, die aufgrund etwa einer Krankheit nicht in der Lage sind, Kurse zu besuchen. Mit der Brille sind sie trotzdem mitten im Lerngeschehen, können Fragen stellen und eine 360-Grad-Lernumgebung erleben, ohne dabei die eigenen vier Wände zu verlassen. Doris Vickers von der VHS Wien verteilte im Rahmen der SDG 9 Veranstaltung diese Brillen auch an die Teilnehmer, die sich von diesem Angebot begeistert zeigten.

"Keiner darf zurückgelassen werden"

Allerdings besteht, laut Vertretern der Sozialeinrichtungen und NGOs, auch die Gefahr, dass Menschen im Zuge der rasanten technologischen und digitalen Entwicklung den Anschluss verlieren. Als Repräsentantin des mehr als 80 Organisationen verbindenden Dachverbands Wiener Sozialeinrichtungen mahnte deshalb Eva-Maria Luger, Initiativen im bereich Bildung und Innovation könnten nur dann eine nachhaltige Wirkung entfalten, wenn die soziale Komponente berücksichtigt wird. Insbesondere ältere Menschen müssten bei der Digitalisierung eingebunden werden, "damit sie den Anschluss an die Gesellschaft nicht verlieren."

Nachhaltigkeitsziele und Privatwirtschaft – wie passt das zusammen?

Die zentrale Frage, ob sich Nachhaltigkeitsziele mit Gewinnorientierung in Einklang bringen lassen, wurde sowohl von Günter Benischek, CEO der mit der Ersten Bank verbundenen Zweiten Sparkasse als auch von Lukoil Geschäftsführer Robert Gulla eindeutig bejaht. Beide bekannten sich uneingeschränkt zur Notwendigkeit, die Nachhaltigkeitsziele – und besonders das SDG 9 - in Unternehmensstrategien zu verankern.

In ihren Unternehmen ist zumindest teilweise auch bereits geschehen. So sind die SDGs fester Bestandteil des Geschäftsberichts der Erste Bank, auf die Finanzierung von Atomkraftwerken wird verzichtet, und Investitionsportfolios werden nach Kriterien zusammengestellt, die Unternehmen mit negativer SDG-Bilanz ausschließen, berichtete Benischek stolz. Auch Lukoils CSR Bericht baut auf den SDGs auf und 2018 wird es, laut Gulla, erstmalig einen eigenen CSR Bericht für Österreich geben. Außerdem unterhält die Firma bereits seit längerem Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Montanuniversität Leoben, um gemeinsam neue Technologien und Innovationen im Bereich Energieeffizienzsteigerung, etwa bei eigenen Produkten, zu erarbeiten. Darüber hinaus investiert das Unternehmen auch in die SDG-Weiterbildung seiner Mitarbeiter.