11. Der Redaktionsbeirat hat das Recht, dem Eigentümer, dem Herausgeber, der Geschäftsführung und der Chefredaktion Vorschläge, die der Verbesserung des Blattes, der Betriebsstruktur oder der Wirtschaftlichkeit dienen, zu übermitteln.
12. Wird der Beirat von Gesellschaft, ChefredakteurIn oder einem Redakteur/einer Redakteurin zur Konsultation herangezogen, so kann in beiderseitigem Einverständnis die Vertraulichkeit des Gesprächs festgelegt werden. Die Verschwiegenheitspflicht eines Beiratsmitglieds gilt in diesem Fall auch nach Beendigung des Amtes.

§ 5. Rechte und Pflichten der Redaktion

1. Die Gestaltung des redaktionellen Teils der "Wiener Zeitung" obliegt ausschließlich der Redaktion unter Leitung der Chefredaktion. Dabei sind die journalistischen MitarbeiterInnen verpflichtet, die Blattlinie einzuhalten.

2. Die Redaktion gestaltet alle Beiträge für Publikationen der "Wiener Zeitung" selbständig. Kein Mitglied der Redaktion, kein Korrespondent und kein freier Journalist darf gezwungen werden, gegen ihre/seine Überzeugung, ihr/sein Gewissen und gegen die in § 1 festgelegte Blattlinie zu schreiben. Gleiches gilt für die Gestaltung von Fotos, Grafiken, Karikaturen und sonstigen multimedialen Beiträgen. Bei Einhalten der übrigen, vertraglich festgelegten Dienstpflichten, darf eine diesbezügliche Weigerung keine dienstrechtlichen Konsequenzen (Versetzung, Kündigung) zur Folge haben.

3. Wird ein Beitrag eines journalistischen Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin gravierend inhaltlich verändert, so hat das betreffende Redaktionsmitglied mit dem Autor/der Autorin Rücksprache zu halten. Wenn keine Einigung erzielt werden kann und es nicht der Aktualität eines Beitrags zuwiderläuft, ist der Beitrag zurückzustellen. Ansonsten hat der Autor/die Autorin das Recht, den Namen oder das Kürzel zurückzuziehen.

4. Die Themen und Inhalte der Zeitung in den verschiedenen Erscheinungsformen werden in der Redaktionskonferenz unter Leitung der Chefredaktion diskutiert.

5. Meinungsbeiträge müssen sich erkennbar von der übrigen redaktionellen Berichterstattung unterscheiden. Anzeigen, PR-Aktionen, Advertorials und anzeigenorientierte Beilagen müssen deutlich gekennzeichnet werden. Ein Anzeigenauftrag darf keinen Einfluss auf den redaktionellen Inhalt nehmen.

6. Das Redaktionsgeheimnis ist vom Unternehmen zu respektieren, ein Zugriff auf Ordner und Dateien der Redaktion und der Redakteure/Redakteurinnen ist daher ohne Genehmigung und Überwachung durch den Redaktionsbeirat nicht erlaubt. Automatische IT-Wartungen, die auf Daten der Redaktion zugreifen, sind dem Redaktionsbeirat zu melden.

§ 6. Diversität und Parität der Geschlechter

Die "Wiener Zeitung" bemüht sich, die gesellschaftliche Diversität adäquat in ihren Strukturen abzubilden. Kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin darf aufgrund des Geschlechts, der Religion, der ethnischen Zugehörigkeit und Herkunft oder der sexuellen Orientierung diskriminiert werden.
Die "Wiener Zeitung" bemüht sich ebenfalls um eine Parität der Geschlechter unter den Redakteur-Innen und in allen Führungspositionen.