• vom 11.08.2018, 15:50 Uhr

Wiener Zeitung Akademie

Update: 17.08.2018, 16:16 Uhr

SDGs

Mehr Nachhaltigkeit für Wien









  • Solution Talks – Social City Wien und imfino starten eine neue Informationsreihe zu den UN-Nachhaltigkeitszielen und der Agenda 2030.

Gute Laune beim SDG-Workshop. - © Archiv

Gute Laune beim SDG-Workshop. © Archiv

Wien. Solution Talks, eine im September beginnende neue Veranstaltungsreihe der Social City Wien und ihrer Tochtergesellschaft imfino, beschäftigt sich intensiv mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals - SDGs) und ihrer aktuellen Umsetzung in Wien. Ziel dieser Reihe ist, die Inhalte der SDGs und der Agenda 2030 sichtbarer und transparenter zu machen und so stärker im Bewusstsein der Wiener Bevölkerung zu verankern. Im Rahmen der Solution-Talks-Reihe werden jeden Monat Aktivitäten und Projekte rund um die einzelnen SDGs präsentiert, es wird aufgezeigt, was derzeit bereits gemacht wird und anhand von best-practice Beispielen illustriert. So soll eine Diskussion angestoßen werden, um neue Initiativen und Projekte rund um die SDGs zu entwickeln.

Bei dieser Veranstaltungsreihe dreht sich alles um die Frage, wie die Nachhaltigkeitsziele derzeit bereits in verschiedenen Wiener Unternehmen, Organisationen und Institutionen umgesetzt werden und was noch alles gemacht werden kann, um sie stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Wien ist nämlich nicht nur Gastgeber der internationalen Organisationen, welche die Nachhaltigkeitsziele festgelegt haben, sondern geht auch mit gutem Beispiel voran, was deren Umsetzung anlangt. Dennoch gibt es immer noch Verbesserungspotential.

Ein guter Anfang

Im Zuge einer Kick-off Veranstaltung für die Solution Talks Serie, die am 29. Juni in der Wiener Bildungsakademie stattfand, wurden bereits einige dieser SDG-bezogenen Aktivitäten erfasst und näher beleuchtet. Unter der Moderation von Social City Geschäftsführer Emil Diaconu und Cappar Hajo als Vertreter der Wiener Bildungsakademie diskutierten Stakeholder aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Bildung, soziale und kulturelle Organisationen und Institutionen und der Zivilgesellschaft den gegenwärtigen Status der SDGs in Wien. Die UNIDO war ebenfalls stark präsent - der Leiter der Kommunikationsabteilung, Sayaphol Sackda ("Coco"), und sein Team nahmen für die Organisation an der Diskussion teil.

Geringe Bekanntheit – geringe Identifikation

Emil Diaconu von der Social City Wien brachte gleich zu Beginn der Diskussion das zentrale Dilemma der SDGs zur Sprache – der Mangel an Information über Existenz und Inhalt der Nachhaltigkeitsziele. Dabei laufen in Wien bereits zahlreiche Projekte mit SDG-Bezug.

Was fehlt, ist eine konzertierte Aktion, um diese Initiativen und Projekte in den Gesamtzusammenhang der SDGs und Agenda 2030 zu stellen und so ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Ein Mangel an öffentlicher Wahrnehmung ist hauptsächlich verantwortlich dafür, dass viele Wiener von der Existenz dieser Ziele überhaupt nichts wissen. Hier sind auch die Medien gefordert, sich stärker als bisher zu engagieren. Unmittelbar nach der offiziellen Verabschiedung der Agenda 2030 im Jahr 2015 wurde viel über die SDGs berichtet, aber das Interesse ließ dann bald nach und die Berichterstattung ist momentan sehr spärlich.

Auch erscheinen die SDGs sogar den Menschen, die über sie Bescheid wissen, oft als zu abstrakt, was die Identifikation mit ihnen erschwert, kritisierte UNIDO Kommunikationsexperte Coco. Seine Kritik bezog sich durchaus auch auf UNIDO. Bislang habe die Organisation nicht genug getan, um die SDGs in der Öffentlichkeit populär zu machen. Momentan sehe die Wiener Bevölkerung keinen Zusammenhang zwischen den SDGs und ihrer eigenen Situation als Bürger dieser Stadt. Um dieses Manko wett zu machen, sei es notwendig, dass sich UNIDO stärker in der Öffentlichkeitsarbeit für die SDGs engagiere, meinte Coco abschließend.

Nach diesem allgemeinen Überblick über den Status quo präsentierten die einzelnen Stakeholder die diversen SDG-orientierten Aktivitäten und Projekte ihrer Firmen, Organisationen und Institutionen. Wenig überraschend wurde dabei einmal mehr festgestellt, dass schon vieles gemacht wird, was den SDG-Kriterien entspricht, das aber bislang keine Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen hergestellt wurde. Daher ist es kaum erstaunlich, dass eine solche Verbindung in der Öffentlichkeit auch nicht wahrgenommen wird.

Allerdings ergab die Diskussion auch, dass es durchaus in einigen Firmen und Organisationen bereits gute Ansätze gibt, einen formalen Bezug herzustellen zwischen einzelnen Projekten und den dazugehörigen SDGs. Günter Benischek, CEO von Zweite Sparkasse und Leiter des Social Banking Programms bei Erste Bank merkte an, dass seine Bank sei bereits seit längerer Zeit bemüht, ihren Kunden Produkte und Dienstleistungen mit SDG-Bezug anzubieten.

Sandra Frauenberger, Präsidentin des Dachverbands Wiener Sozialeinrichtungen und SPÖ- Gemeinderatsmitglied verwies auf die Existenz zahlreicher Koordinationsgruppen auf Stadt- und Gemeindeebene und erwähnte auch die SDG-bezogenen Aktivitäten ihrer eigenen Partei und deren Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Nachhaltigkeitsziele mit den verschiedenen politischen und sozialen Programmen und Initiativen der SPÖ verknüpft werden können.

Auch in der Universität sind die SDGs längst angekommen, wie Anna Steiger von der Technischen Universität und Margarethe Rammerstorfer von der Wirtschaftsuniversität Wien bestätigten. Beide Professorinnen unterstrichen die zahlreichen Bestrebungen ihrer Universitäten, SDG-bezogene Projekte und Aktivitäten umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage der Messbarkeit aufgeworfen. Über die Notwendigkeit eines einheitlichen Verfahrens zur SDG-Wirkungsmessung herrschte Einigkeit unter den Teilnehmern. Tatsächlich ist die Wirtschaftsuniversität Wien bereits dabei, ein entsprechendes Messungsinstrument zu entwickeln.

Zukunftsstrategie

Bezüglich der Frage, welche Möglichkeiten es noch gibt, die SDGs in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, waren sich die Teilnehmer einig, dass Schulen, Universitäten, politische Organisationen, und besonders den Medien in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle zukommt. Am Ende der Veranstaltung schrieben alle Teilnehmer ihre Namen auf ein großes Poster und verpflichteten sich so zum fortwährenden Engagement für die SDGs – sowohl innerhalb ihrer jeweiligen Firmen und Organisationen als auch als Mitglieder der Expertenarbeitsgruppe im Rahmen der Social City/imfino Solution Talks.

Die erste Veranstaltung der neuen Reihe wird am 14. September 2018 bei der UNIDO stattfinden und sich mit dem SDG 9 befassen.





Schlagwörter

SDGs, Nachhaltigkeit, UNO

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-10 12:53:13
Letzte Änderung am 2018-08-17 16:16:41

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