Zeit seines Lebens und mit beißender Ironie, hielt der Schriftsteller Helmut Qualtinger den Menschen einen Spiegel vor‘s Gesicht. In seinem Lied "Der Halbwilde" sang er "I hab zwoar ka Ahnung wo i hinfoahr, aber dafür bin i gschwinder duat." Das war im Jahr 1956. Heute jedoch wollen viele Menschen das Tempo aus ihrem Alltag nehmen, sich Zeit nehmen, um einmal durchzuatmen, von unbeschwerter Mußezeit, wunschloser Zufriedenheit träumen.

Speziell im Advent wird die die Sehnsucht nach Entschleunigung immer größer. Der Entschleunigungstourismus boomt, das Image der Faulheit wird besser, viele entdecken die Langsamkeit neu. Aber die Entwicklungen sind paradox und werfen neue Fragen auf: Werden die Auszeiten nur zur Ausrede einer insgesamt gesteigerten Produktivität in einer digitalen Welt? Und ganz generell: Wollen wir eine schnelle oder eine langsame Gesellschaft sein? Nur: Können wir das überhaupt noch beinflußen?

Termin: 17. Dezember 2019 19:00 – 20:30 Uhr

Ort: Albert Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Begrüßung: Johannes Modeß, Albert Schweitzer Haus, Forum Zivilgesellschaft; Martin Fleischhacker, Geschäftsführer Wiener Zeitung

Am Podium: Virgil Widrich, Universität für angewandte Kunst Wien, Regisseur, Filmemacher; Nassima Sahraoui, Philosophin, Autorin; Helga Freund, Vorstandsmitglied Verkehrsbüro Group

Moderation: Walter Hämmerle, Chefredakteur Wiener Zeitung

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem Glas Wein ein.