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Dialogic: Eine Diskussionsreihe der "Wiener Zeitung", der Ludwig Wittgenstein Gesellschaft und der Wienbibliothek im Rathaus.

Warum neigen Menschen in modernen Gesellschaften dazu, sich für Personen, die in irgendeiner Weise aus der Masse der Menschen herausragen, zu begeistern und sie kultartig zu verehren? Diesen "Genies" wird von ihren VerehrerInnen zugestanden, dass sie über Maßstäbe, die für die "breite Masse" gelten, erhaben sind. Den Unterschied zwischen wahr und falsch brauchen sie nicht zu respektieren. Und wenn sie moralische Maßstäbe mit Füßen treten, wird dies mit ihrer welthistorischen Mission entschuldigt.

Der Philosoph Edgar Zilsel (1891 – 1944) untersuchte in seinen Studien zur Psychologie und Soziologie der Genie-Verehrung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts Themen, die heute hoch aktuell sind. Sein Projekt blieb zwar Fragment, gilt aber heute als Pionierarbeit der modernen Wissenschaftsforschung.

Sagt uns Edgar Zilsels Plädoyer für rationales Argumentieren und empirische Überprüfung von Behauptungen heute noch etwas? Wie erklärt er die Attraktivität, die der Irrationalismus in seiner Zeit hatte? Was hat die Neigung zum Irrationalismus mit den modernen Naturwissenschaften zu tun?

Termin: 3. Mai 2022, 18:30 – 20:00 Uhr

Format: Livestream aus der Wienbibliothek im Rathaus: www.wienerzeitung.at/dialogic

Begrüßung: Anita Eichinger, Direktorin Wienbibliothek; Martin Fleischhacker, Geschäftsführer Wiener Zeitung

Podium: Elisabeth Nemeth, Institut für Philosophie, Universität Wien, Vize-Präsidentin der Österreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft; Donata Romizi, Institut für Philosophie Universität Wien; Friedrich Stadler, Institut Wiener Kreis, Universität Wien und Wiener Kreis Gesellschaft;

Moderation: Walter Hämmerle, Chefredakteur Wiener Zeitung

Eine Diskussion anlässlich des Erscheinens von Edgar Zilsel: Philosopher, Historian, Sociologist. Ed. Donata Romizi, Monika Wulz, Elisabeth Nemeth. Vienna Circle Institute Yearbook 27, Springer 2022.