Wir müssen unseren Schülerinnen und Schülern die Chance geben, digitale Kompetenzen aufzubauen. Die Corona-Krise hat einen Schub in die richtige Richtung gebracht – nun gilt es, die Erkenntnisse daraus zu nutzen.

Der kompetente Umgang mit modernen Technologien, digitalen Medien und dem Internet gehört zu den Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts. Daher müssen wir unseren Schülerinnen und Schülern die Chance geben, digitale und Medienkompetenzen aufzubauen und ihre Welt kritisch und mündig zu gestalten. Im Bildungssystem unterstützt die Digitalisierung zudem innovative Lehr- und Lernformen und interaktive Lernsettings, öffnet die Klassenzimmer für orts- und zeitunabhängiges Lernen und ermöglicht neue und bessere Unterrichtsmethoden, Stichwort: Individualisierung des Lernens.

Portrait von Iris Rauskala - © Andy Wenzel/BKA
Iris Rauskala. Die Sektionsleiterin setzt sich für digitale Chancengleichheit in der Schule ein.
- © Andy Wenzel/BKA

Lehrkräfte sind der entscheidende Erfolgsfaktor für den wirksamen pädagogischen Einsatz digitaler Technologien. Einerseits müssen sie selbst digitale Kompetenzen aufweisen, um sie vermitteln zu können. Andererseits sollen sie den pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien und entsprechende Modelle für die Fachdidaktik kennenlernen.

Eine moderne IT-Infrastruktur an den Bildungseinrichtungen ist die Grundlage dafür, dass Schulen, Schülerinnen und Schüler von der Technologie profitieren können. Eine effiziente digitale Bildungsverwaltung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Schulen von administrativem Aufwand und ermöglicht eine Erweiterung der Schulautonomie. Letztlich hilft sie, Zeitressourcen freizuschaufeln, die in der Förderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden können. Obwohl die wesentlichen Grundlagen für den entsprechenden 8-Punkte-Plan vor der Corona-Krise erarbeitet wurden, hat die Digitalisierung des Bildungswesens durch die krisenbedingte Umstellung des Unterrichts auf Distance Learning einen beeindruckenden Schub bekommen. Ausgehend von wissenschaftlichen Befunden und praktischen Erfahrungen im Umgang mit der Krise sollen die bisher erzielten Fortschritte im Bereich des digital unterstützten Lehrens und Lernens nun nachhaltig verankert und breitflächig ausgerollt werden.

Zur technischen Unterstützung des digitalisierten Lernprozesses wurde eine einheitliche Plattform, das Portal "Digitale Schule", mit Single-Sign-on-Funktionalität für alle wesentlichen Anwendungen im Schulalltag, aufgebaut. Um Distance Learning in Zukunft einfacher zu gestalten, werden Schulen außerdem dabei unterstützt, die eingesetzten Lernplattformen zu vereinheitlichen. Die Wahlfreiheit soll aber am Schulstandort bleiben. In diesem Zusammenhang wird auch ein Massive Open Online Course (MOOC) angeboten, der Pädagoginnen und Pädagogen auf das Unterrichten in Blended- und Distance-Learning-Settings vorbereitet.

Weiters wurde die Plattform "Eduthek" entwickelt, die anhand eines einheitlichen Katalogsystems digitale Bildungsinhalte und Materialien zur Verfügung stellt. Diese sollen künftig nach den Lehrplänen ausgerichtet werden, um die Suchkosten für Lehrkräfte zu verringern. Außerdem werden Lern-Apps nach verschiedenen Kriterien geprüft, um eine Entscheidungsgrundlage für die Nutzung im Mobile Learning zu bieten. Durch Investitionen in die Basis-IT-Infrastruktur werden die Rahmenbedingungen für digital unterstützten Unterricht an den Bundesschulen wesentlich verbessert. Alle Bundesschulen erhalten eine auf Glasfaser basierende performante Breitbandanbindung sowie WLAN in allen Unterrichtsräumen.

Um den Zugang der Schülerinnen und Schüler zu einem eigenen Lerngerät sicherzustellen, findet eine schrittweise Ausstattung der Sekundarstufe I mit digitalen Endgeräten statt. Zusätzlich werden solche für Lehrkräfte in teilnehmenden Schulen zur Verfügung gestellt. Wiewohl diese Maßnahme medial am meisten Aufmerksamkeit erfährt: Wichtig ist nicht die Verteilung von digitalen Endgeräten, sondern deren bestmöglicher pädagogischer Einsatz im Unterricht, um den Schülerinnen und Schülern mittels eines interessanten Unterrichts den Zugang zu digitalen Skills und damit digitaler Chancengleichheit zu ermöglichen.