Umfragen zeigen, dass die Menschen auch bei der Verwaltung am liebsten auf jene Verfahren wie PIN und TAN zurückgreifen würden, die sie auch bei privaten Dienstleistern schon nutzen. Wie wird die Identifikation beim E-Government erfolgen?

Mittels Handysignatur, bei der bereits mehr als eine Million Nutzer registriert sind, und in der Folge mit Fingerprint. Zur Debatte steht auch der Einbau einer visuellen Identifikation, aber das ist noch offen.

Was ist der Kerngedanke von oesterreich.gv.at?

Zwei Aspekte: Die Menschen können Amtswege wie An- und Ummelden, einen Pass beantragen oder die Geburt eines Kindes online erledigen. Und es wird erstmals eine Volltextsuche über alle Register hinweg geben. Damit sind sämtliche Informationen von help.gv.at, dem Unternehmensserviceportal (usp.gv.at) und dem Rechtsinformationssystem des Bundes (ris.bka.gv.at) in einer App erfasst. Im Endausbau wird es auch die Möglichkeit von Verknüpfungen geben, damit etwa eine Erinnerung im Kalender aufscheint.

Was bringt ein Digitalisierungsministerium?

Es geht darum, Projekte zu bündeln und Initiativen zusammenzuführen. Digitalisierung findet überall statt. Das Justizministerium arbeitet etwa an einer digitalen Akteneinsicht für die Millionen an Informationsbegehren, die jährlich stattfinden. Oder beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, das seine unzähligen Karten derzeit einscannt, um sie online abrufbar zu machen. Es geht darum, dass die Verwaltung den Menschen hilft, Lebenszeit zu gewinnen. Die Bürger haben Besseres zu tun, als ständig auf Ämter zu laufen.

Wie reagieren die Mitarbeiter auf diesen Prozess?

Sie spüren, dass es um eine positive Sache geht. Entscheidend ist, die Mitarbeiter bei allen Prozessen einzubinden. In der Vergangenheit war es oft so, dass es an Umsetzungskraft gemangelt hat. Das ist jetzt anders. Wir haben in allen Ministerien mit den Chief Digital Officers sowie dem Commitment der Generalsekretäre und Minister eine Struktur geschaffen, die eine Umsetzung unserer Projekte sicherstellt. Das Allerwichtigste ist jedoch, bei der Digitalisierung nicht die Interessen der Verwaltung, sondern die Bedürfnisse der Kunden, also von Bürgern und Unternehmen, in den Mittelpunkt zu stellen.