14% stellen als Performer optimistische, Globalisierungs-bejahende Macher auf dem Weg zum beruflichen Erfolg dar.

Postmaterielle (10%) sind als vielseitig interessierte, kritische Intelligenz auf der Suche nach verantwortungsbewusster Selbstverwirklichung.

Hedonisten (21%) befinden sich als Spaß- und konsumorientierte Mainstreamverweigerer auf der Suche nach einer Lebensnische.

15% führen als Konservativ-Bürgerliche einen bewusst konservativen Lebensstil mit Familien- und Heimatorientierung.

Die Adaptiv-Pragmatischen (20%) stellen den fleißigen und familienorientierten moderner Mainstream mit hoher Anpassungsbereitschaft dar.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ergeben sich teilweise merkliche Unterschiede. In ihr sind die Milieus der Digitalen Individualisten mit 9%, der Performer mit 8% und der Hedonisten mit 13% deutlich geringer vertreten. Hingegen sind die konservativ/traditionell/bürgerlichen Milieus mit insgesamt 31% doppelt so stark ausgeprägt wie bei den Jugendlichen. Innerhalb der Bundesbediensteten gibt es höchst unterschiedliche Tätigkeitsfelder mit jeweils spezifischen Anforderungsprofilen, die wohl jeweils bevorzugt bestimmte Milieus ansprechen. Es hat gute Gründe, dass sich Polizisten von Lehrern und diese wiederum von Ministerialbeamten tendenziell unterscheiden. Insgesamt aber kann man annehmen, dass öffentlich Bedienstete sich eher aus Milieus rekrutieren, die an Sicherheit und Beständigkeit orientiert sind.

Anhaltspunkte liefert hierzu eine aktuelle Studie (Public Management-Bachelorarbeit von G. Authried und M. Butta), die mittels psychologischer Testung von Berufsanfängern einerseits im Bereich der Polizei, andererseits bei der Finanzverwaltung ergab, dass bei durchaus vorhandenen Unterschieden in beiden Berufsgruppen ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Ordnung und Nähe besteht, also ein stabiles Arbeitsumfeld in einer sicherheitsgebenden Struktur sowie Arbeit in als positiv erlebten Sozialkörpern (Teams) gewünscht werden.

Neue Antworten sind nötig

E-Government bedeutet nicht nur neue Arbeitsprozesse und Arbeitsmilieus, sondern auch die Notwendigkeit, neue Antworten auf die sich durch die Digitalisierung ergebenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu finden. Dies erfordert, dass in zunehmenden Ausmaß Milieus, die bisher in der Verwaltung weniger anzutreffen waren, wie die Performer, Digitalen Individualisten und Postmateriellen, angesprochen, angeworben und möglichst dauerhaft im öffentlichen Sektor gebunden werden.

Dies erfordert vor allem sinnstiftende Aufgaben, für die man sich gerne engagiert; Organisationsformen, deren Anpassungsfähigkeit dem Tempo der technologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen gewachsen ist; Führungskräfte, die die Unterschiede in divers zusammengesetzte Teams als Energiequelle verstehen und nützen können; sowie Personalentscheidungen, die als fair und nachvollziehbar und nicht als von parteipolitischen Kalkülen beeinflusst erlebt werden.