Untersuchungen zufolge ist der zusätzliche Stromverbrauch aufgrund der E-Mobilität absolut bewältigbar. Man geht von zwei bis vier Prozent mehr Verbrauch aus, das bereitet weder der österreichischen Energiewirtschaft noch uns als Regulator Kopfzerbrechen. Die Menge ist es also nicht.

Etwas anderes ist die Leistung, also ob zu jedem Zeitpunkt genug Strom für das Aufladen der E-Autos verfügbar ist. Da macht es Sinn, über positive Anreize zu steuern. Wird nicht in kurzer Zeit viel Strom benötigt, sondern das Fahrzeug langsamer geladen, könnte das günstiger sein.

Nur wer längere Strecken fährt, braucht beim Auftanken schnell viel Strom. Dafür gibt es professionelle Stromladestellen, und das bezahlt man entsprechend. Die meisten Fahrzeuge sind aber ohnehin "Stehzeuge", stehen mehr als sie fahren. Es macht Sinn, sie dort zu laden, wo Autos lange stehen - zu Hause, in der Arbeit, am Pendlerparkplatz. Die intelligente Ladesteuerung eines E-Autos kann man programmieren, sodass sie Strom nimmt, wenn es gerade günstig ist, sowohl technisch wie auch preislich.

Kann es sein, dass Strom durch den zusätzlichen Verbrauch der E-Autos insgesamt teurer wird?

Ich gehe nicht davon aus, dass die Umstellung auf Elektromobilität sich spürbar auf alle Stromkunden auswirkt.

Das Aufladen von E-Autos zu Hause ist derzeit nur für Besitzer von Einfamilienhäusern einfach. Wie sieht das bei Mehrfamilienhäusern aus?

Die Rechtsgrundlage im Baurecht, und das ist davon betroffen, ist einigermaßen zersplittert in Österreich. Wir haben neun verschiedene Bauordnungen, mittlerweile gilt aber in allen Ländern, dass in Neubauten Leerverrohrungen eingebaut werden. So kann man Ladestellen einfacher nachrüsten.

Beim Bestand ist es schwieriger, besonders wenn das Haus mehreren Personen gehört. Da braucht es stellenweise Zustimmungen von allen Miteigentümern. Wird jedoch eine gemeinschaftliche Ladestelle errichtet, reicht wahrscheinlich auch die Mehrheit der Eigentümer. Da gibt es einige laufende Verfahren. Man muss sehen, wie sich die
Judikatur entwickelt. Ein Miteigentümer könnte die Zustimmung auch mit richterlichem Entscheid herbeiführen, im Außerstreitverfahren. Das ist aber für die
Gemeinschaft wohl nicht förderlich. Es gab politische Diskussionen, das Ganze zu vereinfachen. Dazu ist es, weil die Gesetzgebung nun pausiert, noch nicht gekommen. Ziel ist aber, dass auch im städtischen Raum die Möglichkeiten für E-Ladestellen vereinfacht werden, auch in Gemeinschaftshäusern.

In Neubauten ist alles einfacher?

Das hängt vom Wohnbauträger ab, üblicherweise wird das in den Wohnungseigentumsverträgen bereits berücksichtigt. Baut man später Ladestellen ein, gibt es kein Problem, da jeder beim Kauf bereits zugestimmt hat.

Gibt es Vorgaben, wie E-Ladestellen aussehen müssen?

Ja, es gibt Normungen. Anfangs gab es noch einen Kabel- und Steckersalat, inzwischen ist das geregelt und vereinheitlicht.