Wer kennt es nicht, das Problem, den Computer immer wieder mit Daten zu füttern, die längst schon vorhanden sind. Für Brigitte Marsteurer und Kollegen war das Anlass genug, die Datenverwaltung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) auf ein neues Fundament zu stellen. Für die konzeptuelle Aufbereitung des Projekts Aladin, die sie im Rahmen ihres Studiums an der FH Campus Wien eingereicht hatte, wurde sie zum  Austrian Data Hero Talent gekürt. Der Award wird jährlich von der Austrian Digital Value (ADV) vergeben und zeichnet herausragende Data-Governance-Projekte aus.

Die GÖG mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist als nationales Public-Health-Institut das führende Kompetenzzentrum für Bevölkerungsgesundheit, Gesundheitsförderung, Prävention, Versorgungsplanung und Qualität im Gesundheitswesen. Die Einrichtung steht im Eigentum des Bundes. "Wir bereiten für das Gesundheits- und Sozialministerium, aber auch für die Bundesländer und Sozialversicherungsträger gesundheitspolitisches Wissen auf", fasst Marsteurer zusammen. Dementsprechend haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es mit großen Datenmengen – auch in der Organisation selbst – zu tun. Ein Problem waren die oftmals redundanten Datenbestände bzw. verschiedene technische Plattformen, die nicht "miteinander können", wodurch Informationen mehrmals gesammelt und Eingaben immer wieder getätigt werden mussten.

"So richtig evident wurde das beim Relaunch unserer Website. Wir haben unsere Projekte einzeln aufgelistet und regelmäßig aktualisiert, dabei aber gemerkt, wie mühsam das technisch ist", sagt die gebürtige Niederösterreicherin Marsteurer. Deshalb entwarfen ihre Kollegen und sie eine neue zentrale Softwarelösung, die schließlich von der externen Firma SBA Research umgesetzt wurde: Aladin, das "Automatische Leistungs-, Auftrags- und Disseminationsinstrument". Es kombiniert die Verwaltung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Projekten und Publikationen wie etwa Forschungsberichten oder Studien in einer einzigen Schnittstelle. Damit ist Aladin Datenbank, Projektverwaltung und Content-Management-System in einem.

Gerade die Mitarbeiterverwaltung sei ein hochkomplexes System, wo man bevorzugt eine gut eingespielte Lösung verwende, sagt Marsteurer. Deshalb wurde Aladin so entwickelt, dass es auf der vorhandenen technischen Infrastruktur aufbaut. Auch auf den Datenschutz wurde höchstes Augenmerk gelegt – je nach Verwendungszweck werden nur die tatsächlich benötigten Informationen und Angaben ausgespielt.

"Aladin erleichtert die Arbeit für viele von uns. Damit können wir auch auf kurzfristige Anfragen schnell reagieren", sagt Marsteurer. Die Corona-Krise fordere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GÖG derzeit besonders, umso wertvoller sei eine effiziente Softwarelösung, berichtet Marsteurer. Das Aktualisieren sowohl interner Daten als auch von Inhalten auf der Website ist nun leichter denn je, weil viele unnötige Schleifen beim Einholen von Informationen wegfallen.

Über die Auszeichnung zum Austrian Data Hero Talent, der Award wurde am am 24. April online verliehen, freut sich Brigitte Marsteurer sehr. Die studierte Romanistin hat vier Jahre als Flugbegleiterin die Welt bereist. Nach mehreren Jahren in einer PR-Agentur übernahm sie die Studiengangskoordination und Öffentlichkeitsarbeit einer Privatuniversität mit Schwerpunkt Gesundheitswesen. 2014 folgte der Wechsel zur GÖG, wo Marsteurer sich um "Zentrale Prozesse" kümmert – in ihr Aufgabengebiet fallen etwa die Koordination des Arbeitsprogramms, Agenden der Öffentlichkeitsarbeit und eben die Bespielung der Website.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit macht sie den Masterlehrgang Digitalisierung, Politik und Kommunikation an der FH Campus Wien. "Das deckt sich gut mit meinem beruflichen Aufgabengebiet, denn wir arbeiten ständig an der Schnittstelle zur Politik und wollen uns auch als Organisation in der Digitalisierung weiterentwickeln", sagt Marsteurer. Auch Aladin hat sie im Zuge des Studiums präsentiert, woraufhin ihre Lehrveranstaltungsleiterin vorschlug, das Projekt für den Austrian Data Hero Talent  Award der ADV einzureichen. Gesagt, getan. Es hat sich gelohnt, denn auch die Jury zeigte sich begeistert.

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Ein Beitrag zum Schwerpunktthema "Data Governance" aus der "Digitalen Republik", ein Verlagsprodukt aus der Content Production der "Wiener Zeitung".