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Das Schuljahr 2021/22 neigt sich dem Ende zu und damit das mittlerweile fünfte Semester, das von Herausforderungen, Unsicherheiten und notwendiger Flexibilität geprägt war. In den Wintermonaten sorgte die Omikron-Variante mit ihren hohen Ansteckungszahlen für eine zugespitzte Situation: Die Infektionen an den Schulen stiegen rasant, und zwar sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Lehrenden. Die dadurch entstandenen Krankenstände und quarantänebedingten Ausfälle rückten erneut die prekäre Personallage an Österreichs Schulen in den Fokus. "Keinen Mangel, sondern einen Notstand" sieht Thomas Krebs, Vorsitzender des Zentralausschusses der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft in Wien, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" und fordert erneut rasche Gegenmaßnahmen ein. Es sei wichtig, ständig genügend qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung zu haben, um den Unterricht für die Wiener Schülerinnen und Schüler zu sichern, so Krebs. Besonders betroffen seien die Volksschulen und der sonderpädagogische Bereich.

(Noch) Keine Zeit zum Aufatmen

 Doch ein Blick auf die Altersstruktur macht deutlich: So bald wird sich die angespannte Personalsituation im Schulwesen nicht ändern. Wie auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes, kommt auf den Bildungssektor eine Pensionierungswelle zu. Laut Statistik Austria war Ende 2019 ein Großteil der Lehrerinnen und Lehrer (44,6 Prozent) der Altersgruppe "50 plus" zuzuordnen – im selben Jahr mussten 3.900 der insgesamt 110.000 Planstellen aufgrund von Pensionierungen nachbesetzt werden. Im Bildungsministerium hofft man immerhin, dass damit der Höhepunkt bei den jährlichen Pensionierungen erreicht wurde. 2025 sollen es nur noch 3.300 nachzubesetzende Stellen sein, fünf Jahre später 2.700.

Neue Lehrpläne: Medienbildung, Wissenschaft und Sport

Schneller als der Rückgang bei den Pensionierungen gehen die geplanten Neuerungen in den Lehrplänen vonstatten. Vor allem der Bereich Digitalisierung soll künftig noch stärker verankert werden. So wird bereits im kommenden Schuljahr der neue Pflichtgegenstand "Digitale Grundbildung" an Mittelschulen und AHS eingeführt. Mit den ersten drei Klassen startet das neue Fach im Herbst in jenen Jahrgängen, die bis dahin vom Ministerium im Rahmen der Digitalisierungsoffensive mit günstigen Laptops und Tablets ausgestattet sein sollten. 2023/24 kommen die vierten Klassen dazu, unterrichtet wird "Digitale Grundbildung" im Umfang von einer Wochenstunde pro Jahr. Ebenfalls im Schuljahr 2023/24 werden die Fächer "Informatische Bildung" und "Medienbildung" verpflichtend ab der ersten Klasse Volksschule eingeführt. Was die Hardware angeht, gibt es laut Bildungsministerium weiterhin Handlungsbedarf "beim Ausbau der technischen Infrastruktur in der Zuständigkeit der jeweiligen gesetzlichen Schulerhalter", also der Länder und Gemeinden. Sämtliche Standorte der Bundesschulen (AHS, BMHS) sollen Ende des Schuljahres mit Breitbandanschlüssen und leistungsfähigem WLAN ausgestattet sein. An 96 Prozent der AHS und 94 Prozent der BMHS gibt es bereits Glasfaser- und Koaxialanschlüsse. Zum Vergleich: 2020 waren es noch 81 Prozent.

Gefördert wird auch die Bewegung an Österreichs Schulen. In Pilotregionen wie etwa im Vorarlberger Raum soll an Pflichtschulen in Zusammenarbeit mit externen Coaches sowie Vereinstrainerinnen und -trainern das Sportangebot ausgeweitet werden. Konkret bedeutet das vier Bewegungseinheiten wöchentlich. Als Basis dafür dient ein Drei-Säulen- Modell, bei dem die quantitative Ausweitung des Schulsports die Hauptsäule bildet. Die zweite Säule bezieht sich auf die Bewegungsintegration außerhalb der Turnstunden und deckt auch Themen wie gesunde Ernährung ab. Ergänzend dazu bietet die dritte Säule zusätzliche Bewegungsangebote für Interessierte.