Mit Patricks Abgang endet die Kennedy-Saga. Foto: epa
Mit Patricks Abgang endet die Kennedy-Saga. Foto: epa

Patrick Kennedy, der vor vier Jahren Probleme mit Medikamentenabhängigkeit zugegeben hatte, hat sich nicht mehr um einen Sitz im Abgeordnetenhaus beworben. Sein Mandat, das er bei den Wahlen im November 1994 einem Republikaner abgenommen hatte, geht an den demokratischen Kandidaten David Cicilline, den bisherigen Bürgermeister von Providence, der Hauptstadt des Bundesstaates von Rhode Island. Cicilline ist der erste Bürgermeister einer Hauptstadt eines Bundesstaates, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt.

Mit Patrick Kennedys Abschied aus Washington geht die politische Geschichte einer Familie zumindest vorläufig zu Ende, die über Jahrzehnte hindurch das Geschehen in Washington geprägt, beziehungsweise mitbestimmt hatte.

John F. Kennedy, der 1947 seine politische Karriere im Abgeordnetenhaus gestartet hatte, war 1952 in den Senat übersiedelt und 1960 zum 35. US-Präsidenten gewählt worden. Auf seinem Senatssitz folgte ihm später sein Bruder Ted nach, der bis zu seinem Tod im Vorjahr 47 Jahre lang Senator war und das liberale Erbe seiner 1963 und 1968 ermordeten Brüder John F. und Robert F. - dieser war unter seinem Bruder John Justizminister - fortführte.

Der Tod Ted Kennedys, der am 25. August 2009 einem Gehirntumor erlag, wurde bereits von vielen Kommentatoren als Finale der Kennedy-Saga bezeichnet, die von Triumphen und Tragik gekennzeichnet ist. Jaqueline Kennedy-Onassis, die Witwe des ermordeten Präsidenten, starb 1994 an Krebs. Ihr Sohn John-John kam 1999 gemeinsam mit seiner Frau und seiner Schwägerin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Seine Schwester Caroline Kennedy-Schlossberg galt nach der Übersiedlung von Hillary Clinton ins Außenministerium Anfang 2009 kurzzeitig als mögliche Nachfolgekandidatin der Ex-First-Lady im Senat, zog ihre Bewerbung nach einem Fehlstart aber bald wieder zurück.