Die Entscheidung sei getragen von der Sorge, Haider und der FPÖ keine Legitimierung zuteil werden zu lassen. Das jüdische Volk könne den "Prozess der Legitimierung" der Haider-Partei durch

deren Einbeziehung in die Regierung in Wien nicht hinnehmen, erklärte der Sprecher des Innenministeriums.

Präsident Ezer Weizman begrüßte die Entscheidung der Regierung, den israelischen Botschafter aus Wien zurückzurufen. Ministerpräsident Ehud Barak hatte am Mittwochabend gesagt, Haiders Partei sei

"fast neo-nazistisch". Er rief die internationale Gemeinschaft auf, "diese Besorgnis erregende Entwicklung nicht zu akzeptieren".

FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler kritisierte das Einreiseverbot für Haider als "unverständlich und völlig unbegründet".Das Simon-Wiesenthal-Zentrum zur Bekämpfung nazistischen

Gedankenguts hat am Donnerstag wegen der erwarteten Regierungsbeteiligung der FPÖ ein Projekt für Toleranz unter Jugendlichen in Österreich abgesagt. Es sei undenkbar, solch ein Projekt fortzuführen,

das die Bekämpfung der "Positionen Ihres neuen Partners" zum Ziel habe, hieß es in einem Brief an Schüssel.

Auch der europäische Rabbiner-Kongress, der vom 12. bis 15. März in Wien stattfinden sollte, wurde abgesagt.