• vom 02.05.2012, 18:22 Uhr

Weltpolitik

Update: 02.05.2012, 22:08 Uhr

Kairo: Gewaltexzess im Schatten der Wahl




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  • Mindestens 20 Tote und 200 Verletzte bei Ausschreitungen gegen Salafisten.

Kairo. In drei Wochen wählen die Ägypter einen neuen Präsidenten und das Ereignis wirft blutige Schatten voraus: Am Mittwoch sind bei Zusammenstößen im Kairoer Abbaseya-Viertel mindestens 20 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Zu den Ausschreitungen kam es, als wütende Anhänger des Salafisten Abu Ismail gegen dessen Wahl-Sperre und den regierenden Militärrat demonstrierten.


Die Urheber der Gewalt konnten vorerst nicht ermittelt werden. Die Armee ordnete einen Militäreinsatz an, um die blutigen Tumulte in unmittelbarer Nähe des Sitzes des Verteidigungsministeriums zu beenden.

Wegen der Vorfälle kündigten zwei Präsidentschaftskandidaten - der Muslimbruder Mohammed Mursi und der islamische Fundamentalist Abdel Moneim Abul Futuh - eine Unterbrechung ihres Wahlkampfes an. Mursi erklärte, er werde "aus Solidarität mit den Demonstranten" 48 Stunden den Wahlkampf ruhen lassen, Abul Futuh begrenzte die Unterbrechung auf einen Tag. Auch die TV-Debatten könnten verschoben werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Präsidentschaftskandidaten demnächst den Verletzten in den Spitälern einen Besuch abstatten werden.

Muslimbruder-FrontmannMursi warnte die Militärregierung, die ewalt auf den Straßen zum Vorwand für eine Verschiebung der Wahlen zu nehmen. "Das Votum muss zum vereinbarten Zeitpunkt stattfinden", so der Islamist. Die regierenden Generäle haben öffentlich zugesagt, die Macht nach den Stichwahlen im Juni einer zivilen Regierung übergeben zu wollen.



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Dokument erstellt am 2012-05-02 18:29:01
Letzte Änderung am 2012-05-02 22:08:02


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