• vom 06.08.2012, 15:33 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.08.2012, 15:41 Uhr

Israel

Anschlag als "Weckruf" für Ägypten




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  • Terroristen töten 16 Ägypter

Ein israelischer Kampfhubschrauber vereitelte den Anschlag. - © apaweb / dapd / Tsafrir Abayov

Ein israelischer Kampfhubschrauber vereitelte den Anschlag. © apaweb / dapd / Tsafrir Abayov

Ein Terroranschlag mit ägyptischen Panzerfahrzeugen bei Kerem Shalom, dem Grenzdreieck zwischen Israel, Ägypten und dem Gazastreifen, hat infolge schwerer Schuldzuweisungen eine strategische Bedeutung erhalten. Für Ägypten sollte der gravierende Vorfall mit vielen Toten ein "Weckruf" sein, erklärte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Montag vor dem Sicherheitsausschuss der Knesset.

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi verkündete seinerseits: "Die Verantwortlichen für dieses Verbrechen werden gejagt und verhaftet werden." Die harte ägyptische Strafe werde die Verantwortlichen "in Ägypten oder jenseits der Grenze" treffen, womit er nur den palästinensischen Gazastreifen gemeint haben kann. Noch ist unbekannt, ob die Angreifer Extremisten aus Gaza oder Beduinen aus dem Sinai waren. Auf der Sinai-Halbinsel haben die ägyptischen Sicherheitskräfte weitgehend die Kontrolle verloren.

In der Nacht auf Montag überfielen als ägyptische Grenzschutzpolizisten verkleidete Unbekannte einen ägyptischen Grenzposten. Laut Verteidigungsminister Barak wurden zwölf oder dreizehn ägyptische Grenzschützer getötet. Die Attentäter bestiegen daraufhin einen "großen Kleinlaster" und ein Panzerfahrzeug, mit dem sie in Richtung israelische Grenze fuhren. Der Kleinlaster explodierte aus unbekannten Gründen, während das Panzerfahrzeug über die Grenze hinweg auf eine "kleine israelische Militäreinheit" zufuhr, zu der auch ein Panzer gehörte. Ein israelischer Kampfhubschrauber setzte das in Ägypten gekaperte gepanzerte Fahrzeug außer Gefecht. Zwei Männer flohen aus dem getroffenen Panzerwagen und wurden von israelischen Soldaten erschossen. Zeitgleich wurden israelische Kibbuzim nahe der Grenze mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen, während die israelische Bevölkerung aufgefordert wurde, die Schutzräume aufzusuchen.

Die israelische Behörde gegen Terror hatte in den vergangenen Tagen eindringlich vor geplanten Anschlägen und Entführungsversuchen gewarnt. Alle Israelis wurden aufgefordert, umgehend die Ferienorte an der Sinai-Küste zu verlassen und heimzukehren. Auf diese prominent veröffentlichten israelischen Reisewarnungen reagierte Kairo verärgert. Das seien von Israel gestreute "Gerüchte", um der ägyptischen Tourismusindustrie zu schaden. Nach dem Anschlag wurde der Regierung in Kairo vorgeworfen, die israelischen Warnungen in den Wind geschlagen und den Anschlag auf die Grenzschützer nicht verhindert zu haben.

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Dokument erstellt am 2012-08-06 15:38:32
Letzte Änderung am 2012-08-06 15:41:02



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