Das AKW Bohunice besteht aus drei Anlagen. Die Anlage A-1 war bereits in den 1970er Jahren nach zwei schweren Unfällen wieder stillgelegt worden. Die beiden Reaktorblöcke der Anlage V-1 wurden Ende der 1990er Jahre modernisiert, müssen aber laut dem EU-Beitrittsvertrag der Slowakei wegen Sicherheitsmängeln vom Netz genommen werden. Der erste Block wurde im Jahr 2006 abgeschaltet, beim zweiten soll es Ende dieses Jahres so weit sein. Die beiden Blöcke des AKW Bohunice V-2 sollen nachgerüstet werden und weiter in Betrieb bleiben.

Jahnatek sagte, dass die Region Trnava (Thyrnau), in dem sich Bohunice befindet, durch die von der EU verlangte Abschaltung des zweiten Blocks des AKW V-1 "traumatisiert" sei. Da sich der Energieverbrauch der Slowakei bis zum Jahr 2030 verdoppeln werde, müsse man einen Ersatz für den abgeschalteten Block finden. Künftig werde die Slowakei 47 bis 50 Prozent ihres Stroms aus Atomkraftwerken beziehen, 30 Prozent aus "klassischen Kraftwerken" und 23 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.

Die Fertigstellung eines dritten und vierten Blocks im AKW Mochovce sowie der Bau eines fünften und möglicherweise auch sechsten Blocks in Bohunice würden das Energieversorgungsproblem lösen, sagte Jahnatek. Der Chef der Regionalregierung in Trnava, Tibor Mikus, wies darauf hin, dass das Atomkraftwerk "Tausende von Arbeitsplätzen, eine Menge an funktionierenden Firmen, Entwicklung von Gemeinden, Bildung, Kultur" bedeute. Mikus war in den Jahren 1995 und 1996 Direktor des AKW Jaslovske Bohunice und von 1996 bis 1998 Generaldirektor der Slowakischen Elektrizitätswerke (SE).