Neil Armstrong ist tot. Der US-amerikanische Astronaut, der als erster Mensch den Mond betrat, ist am 25. August in Columbus, Ohio, an den Folgen einer Herzoperation gestorben.

Neil Armstrong zählt zu den bekanntesten Menschen, die je gelebt haben. Auch wenn man seine Physiognomie nicht vor Augen hat – den Namen hat jeder gehört. Und vielleicht auch in irgendeinem Zusammenhang jenen berühmten Satz zitiert "das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit", der einer der berühmtesten Versprecher der Menschheitsgeschichte ist. Denn natürlich ist dieser Satz keine spontane Eingebung gewesen, sondern Teil jener ausgeklügelten Dramaturgie, mit der die USA ihre Überlegenheit in Sachen Raumfahrt demonstrierten. Eigentlich hätte Armstrong sagen sollen: "That’s one small step for a man, one giant step for mankind" ("Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Schritt für die Menschheit"). Er vergaß indessen das "a" vor "man", und so wurde aus "einem Menschen" aufgrund der Eigenheiten der englischen Sprache gleich "den Menschen".

Irgendwie mag es bezeichnend für den nie abreißenden Hype um den ersten Mondflug sein, dass um diesen Satz eine jahrzehntelange Diskussion entbrannte: War es ein Versprecher oder nicht? Hat Armstrong bewusst die Bedeutung abgeändert? Die Mondlandung der Apollo-11-Mission hatte am 21. Juli 1968 stattgefunden. Die Diskussion um den Satz dauerte bis 1986 – da räumte Armstrong in einem Interview ein, er habe sich versprochen. Womit diese Diskussion beendet war. Nicht aber jene andere, die bis zum heutigen Tag munter anhält und die Frage stellt: War Armstrong überhaupt auf dem Mond?

Begonnen hat diese Geschichte mit dem US-amerikanischen Autor Bill Kaysing (1922-2005), der in seinen Veröffentlichungen eine Themenpalette von "Leben mit wenig Geld" über "Sicherheit für Motorradfahrer" bis hin zu "Steuer sparen" abdeckte. 1976 behauptete er dann "We Never Went to the Moon" (Wir sind niemals zum Mond geflogen). Seine zentralen Thesen sind:

• Die NASA hatte zuwenig technische Erfahrung, um einen Menschen auf den Mond zu bringen.
• Es hätten Sterne auf den Fotografien vom Mond sein müssen.
• Das Filmmaterial hätte auf dem Mond aufgrund der hohen Einstrahlung schmelzen müssen.

Kurz: Kraftnahrung für Verschwörungstheoretiker, die auch noch weiteres entdecken, das den größten Schwindel aller Zeiten entlarven soll, etwa eine wehende Fahne, die, wäre sie auf dem Mond, wegen der fehlenden Atmosphäre nicht wehen könnte. In Folge dessen ist den Verschwörungstheoretikern klar, dass die NASA die Mondlandung im Filmstudio gedreht hat mit dem Ziel, die raumfahrttechnisch überlegene Sowjetunion mit einem Trick  auszuschalten. Tatsächlich stellte die Sowjetunion nach der amerikanischen Mondlandung ihr Programm fast völlig ein.