Echtes Angebot der EU an die Staaten Südosteuropas nötig

Eines der Probleme ist derzeit, dass die Pläne des französischen Präsidenten Emanuel Macron etwa zu einem eigenen Budget für die Eurozone von einer Mehrheit der EU-Staaten abgelehnt wurden. Seine Zustimmung zu einer EU-Erweiterung hat er aber direkt mit deren Umsetzung junktimiert. Ob eine so wichtige geopolitische Entscheidung an letztlich innenpolitischen Wünschen scheitern darf, darüber möge sich jeder selbst ein Bild machen.

Versöhnung tut not und ist ein Gebot nicht nur der Stunde, sondern unserer Zeit. Es ist dringend nötig, dass die EU-Staaten gemeinsam ein echtes Angebot an die sechs Staaten Südosteuropas legen und sie viel aktiver als bisher dabei unterstützen, einander die Hände zu reichen. Europa kann sich nicht leisten, durch Blockaden die reformorientierte pro-europäische Bevölkerung am Balkan weiter zu frustrieren. Wie Kommissar Hahn es auch beim Europaforum Wachau richtig formulierte: "Die EU muss Stabilität exportieren, anstatt Instabilität zu importieren." Insofern ist die EU-Integration des Westbalkan eine Investition in die eigene Sicherheit und Stabilität. Europa hat das Blutvergießen der 1990er Jahre viel zu passiv mitverfolgt. Es ist eine historische Verpflichtung, heute aktiver zu sein.