Die öffentliche Verwaltung in Österreich ist ein unerlässliches Element in der gewaltenteiligen Organisation des modernen Verfassungsstaates und eine verlässliche Größe für ein gut funktionierendes Staatswesen. International haben die österreichische Bundesverwaltung und auch die Verwaltungen der Städte und Gemeinden Österreichs einen hervorragenden Ruf. Viele Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben bezeugen dies.

Als Arbeitgeber stehen Bund und Gemeinden aktuell aber vor mehreren großen Herausforderungen: Der gesamtgesellschaftliche demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Gesellschaft stellt nicht nur die gesundheitlichen und sozialen Sicherheitssysteme eines Staates vor Herausforderungen. Auch die öffentlichen Verwaltungen haben sich der Frage zu stellen, wie sie mit dem stetig steigenden Anteil älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den zunehmenden Anforderungen an Effizienz, Geschwindigkeit und Innovation sowie der digitalen Transformation gerecht werden können.

In den kommenden Jahren wird auch ein erheblicher Teil der Belegschaft in der öffentlichen Verwaltung in Pension gehen. Bei den Bundesbediensteten sind es 48 Prozent in den kommenden 13 Jahren. Einzelne Berufsgruppen sind dabei unterschiedlich betroffen. So liegt eine eher ausgeglichene Altersstruktur bei der Polizei, im militärischen Dienst und bei Richterinnen und Staatsanwälten vor.

Auch Österreichs Kommunen stehen vor einer ähnlichen, wenngleich nicht ganz so schwierigen Situation. Dennoch werden mancherorts bis zu 40 Prozent der Belegschaft in den kommenden Jahren ausscheiden.

Die erforderlichen Nachbesetzungen müssen vielfach über Neueinstellungen erfolgen, weil durch die Bemühungen der vergangenen Jahre um Budgetkonsolidierung die Personalreserven aufgebraucht sind. Auch können bisherige Ausbildungsprogramme die entstehenden Lücken nicht zureichend schließen. Gleichzeitig sehen sich die öffentlichen Arbeitgeber einer wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt um qualifizierte Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter gegenüber. Die erforderlichen Arbeitskräfte zu gewinnen, ist bereits heute schwierig und könnte zumindest für einzelne Berufsgruppen noch schwieriger werden. Hier braucht es zunächst einen grundlegenden Wandel der Denkweise aller: Nicht die Jobsuchenden bewerben sich bei uns, sondern wir als Arbeitgeber bewerben uns um die Besten!

Der (gekürzte) Text ist in dem Buch "Nachhaltig wirken - Impulse für den öffentlichen Sektor" erschienen. Das Buch wurde vom KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung anlässlich seines 50-jährigen Bestehens herausgegeben. Es ist im NWV Verlag erschienen.
Der (gekürzte) Text ist in dem Buch "Nachhaltig wirken - Impulse für den öffentlichen Sektor" erschienen. Das Buch wurde vom KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung anlässlich seines 50-jährigen Bestehens herausgegeben. Es ist im NWV Verlag erschienen.

Eine weitere personalwirtschaftlich relevante Herausforderung für die öffentlichen Arbeitgeber stellt die Digitalisierung dar: Wenn die digitale Transformation eine Entwicklung wie die Industrielle Revolution ist, dann bedeutet das die Neugestaltung der Verwaltung aufgrund der sich verändernden technischen Möglichkeiten - und zwar in allen Bereichen, für alle Verwaltungsebenen. Durch die digitale Transformation wird es Gewinner und Verlierer in unseren Organisationen geben. Manche Jobs werden obsolet, andere neue werden entstehen. Es werden neue und andere Fähigkeiten bei den Beschäftigten benötigt.