Nun ist es also wieder einmal so weit: Ab 1. April wird Österreich - vorerst "nur" im Osten - ein weiteres Mal zugesperrt. Wer glaubte, zu Ostern würden vielleicht die Lokale - natürlich mit den bewährten Sicherheitskonzepten - wieder geöffnet, kann diese Hoffnung begraben und seinen Urlaub ein weiteres Mal in Balkonien buchen. Schüler und Eltern werden nach den Osterferien wieder mit Heimunterricht gequält. Und der Handel muss nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres das Ostergeschäft - nach Weihnachten das umsatzstärkste - abschreiben. Die Einzigen, die sich freuen dürfen, sind die internationalen Online-Handelsriesen.

Ob die Regierung überhaupt noch weiß, was sie da tut, erscheint immer unwahrscheinlicher. Denn schon mehren sich die Stimmen, die meinen, die Maßnahmen kämen zwei Wochen zu spät und würden zudem nicht lange genug dauern. Wer die Mechanismen des Corona-Wahnsinns kennt, kann davon ausgehen, dass eher früher als später das gesamte Land wieder zugesperrt wird, egal, wie ruinös die Auswirkungen sind.

Wie diverse Umfragen belegen, steht die Mehrheit der Österreicher nicht mehr hinter dem Kurs der Regierung. Zu viele Leute kennen schon jemanden, der durch die Corona-Einschränkungen seinen Arbeitsplatz verloren hat, in Kurzarbeit musste, weniger verdient oder kurz vor der Pleite steht. Wer sich im Straßenverkehr, in Geschäftsstraßen oder an öffentlichen Plätzen umschaut, hat nicht den Eindruck, dass eigentlich nach wie vor ein Ausgangsverbot zwischen 20 und 6 Uhr besteht und zwei Meter Abstand voneinander gehalten werden müssen. Die Leute haben genug - und zeigen das auch.

Tatsächlich haben all die Restriktionen ja unterm Strich nur Schaden angerichtet: Wir halten derzeit bei rund 100 Milliarden Euro an unmittelbaren Verlusten, ohne dass die Corona-Infektionszahlen nachhaltig gesenkt werden konnten.

Mit eine Ursache dafür ist zweifellos, dass die Bevölkerung nicht mehr hinter den fragwürdigen Maßnahmen steht. Niemand versteht etwa, warum Einkaufszentren geöffnet sind, die Leute sich auf Skipisten tummeln dürfen, aber die Gastronomie zugesperrt bleibt. Das Gleiche gilt für den Kulturbetrieb. Wirtshäuser, Theater oder Staatsoper haben viel Geld, Mühe und Fachwissen in Sicherheitskonzepte investiert, die sie sich jetzt in die Haare schmieren können.

Fazit: Die Menschen treffen sich halt privat irgendwo - vielfach ohne solche Sicherheitskonzepte. Irgendwo müssen die vielen Neuinfektionen ja herkommen - von Gasthaus-, Nachtklub- oder Theaterbesuchen kommen sie definitiv nicht. In der Masse brauchen die Menschen einfach ein Mindestmaß an sozialen Kontakten, und zwar nicht nur die jungen. Wer ihnen diese zu lange und ohne nachvollziehbare Argumente versagt, wird irgendwann nicht mehr ernstgenommen.

Und genau an diesem Punkt sind wir angelangt. Die Regierung sollte sich daher dringend überlegen, ob ein Strategiewechsel nicht angesagt wäre. Oder ein Rücktritt.