Seit zwei Jahren begleitet uns Corona auf Schritt und Tritt und nimmt Einfluss auf die verschiedensten Bereiche unseres Alltags, auch auf unsere Kaufgewohnheiten. Das stellt den heimischen Online-Handel vor neue Herausforderungen. Seit Beginn der Pandemie haben viele Unternehmen ihre Angebote digitalisiert, um auch außerhalb der Geschäftszeiten für Kunden erreichbar und sichtbar zu sein. Viele Händler waren Anfang 2020 gezwungen, ihre stationären Geschäfte zu schließen und auf den digitalen Weg ihre Waren zu vertreiben.

Hannah Moser ist Marketing-Communications-Managerin bei boomerank, einem Software-Unternehmen mit Fokus auf die Automatisierung des Online-Marketings von Online-Shops. - © privat
Hannah Moser ist Marketing-Communications-Managerin bei boomerank, einem Software-Unternehmen mit Fokus auf die Automatisierung des Online-Marketings von Online-Shops. - © privat

Auch Konsumenten mussten teils über Umwege an ihre Produkte kommen, sodass der Online-Handel in Österreich seit Anfang 2020 um 17 Prozent zugelegt hat. Neben Elektrogeräten, Bekleidung und Büchern konnten Drogeriewaren einen Online-Zuwachs von 36 Prozent verzeichnen, Möbel sogar plus 40 Prozent und Lebensmittel plus 46 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.

Eine große Auswahl an Produkten und Anbietern sowie schnelle Lieferzeiten lassen das Online-Bestellen zur Normalität werden. Allerdings profitieren vom verstärkten Einkaufen via Internet seit der Pandemie österreichische Online-Händler nur mäßig davon. Denn die meisten Bestellungen heimischer Kunden werden im Ausland und hier vor allem bei den großen Online-Marktplätzen wie Amazon getätigt, die in den vergangenen zwei Jahren einen Zuwachs von 64 Prozent verzeichnet haben. Nur jedes dritte Paket wird in österreichischen Online-Shops gekauft.

Die Herausforderungen für regionale Internet-Händler sind vielfältig. Sowohl das Warenangebot wird größer als auch die Zahl der konkurrierenden Firmen und damit auch der Wettbewerb, was die Reichweite eines Online-Shops einschränken kann. In weiterer Folge führt eine zu geringe Sichtbarkeit zu wenigen Kundenbesuchen. Laut Studien leiden 41 Prozent der Betreiber von Online-Shops unter starkem Konkurrenzdruck, und 34 Prozent kämpfen mit der Digitalisierung und dem damit verbundenen Online-Marketing ihres Unternehmens.

Unterdessen nutzen InternetGiganten wie Amazon, die genügend Ressourcen in diesen Bereichen aufweisen, ihren starken Online-Auftritt, um auch über die Landesgrenzen hinweg Umsätze zu generieren. Die vergangenen zwei Jahre haben somit gezeigt, dass sich der Online-Handel zwar insgesamt auf dem Vormarsch befindet, die heimischen Unternehmen müssten aber noch viel mehr Potenzial ausschöpfen, um sich gegen die Big Player auf dem Markt behaupten zu können.

Eine Chance, die heimische Wirtschaft zu fördern und den E-Commerce-Markt für österreichische Unternehmen zugänglicher zu machen, liegt im sogenannten Performance Marketing mit auf Künstlicher Intelligenz basierender Software. Diese kann dafür sorgen, dass Online-Shops durch eine effiziente Kombination von Google-Anzeigen und Suchmaschinenoptimierung im Wettbewerb besser wahrgenommen werden. Damit soll nicht nur die Diversität am Markt gefördert, sondern auch die Konkurrenzfähigkeit gegenüber den großen Konzernen gestärkt werden.