Ein Satz wird Peter Schröcksnadel wohl bis zu seinem Lebensende begleiten: "Austria is a too small country to make good doping", dozierte der Damals-wie-Heute-Präsident des ÖSV anlässlich des Skandals bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin. Nun, wenn es nicht so zynisch klingen würde, könnte man sagen: Quod erat demonstrandum. Denn die inkriminierten Methoden österreichischer Langläufer dürften weder "gut" im Sinne von wirksam noch gut geheim gehalten gewesen sein. Und das zumindest ist - im Sinne der sauberen Sportler - gut so, so tragisch die nunmehr aufgetauchten Fälle für die Heim-WM und den österreichischen Langlaufsport, der sich eben erst wieder im Aufwind wähnte, sind.

Doping ist auch in Österreich längst kein Kavaliersdelikt mehr, zumindest in dieser Hinsicht hat Turin 2006 spät, aber doch seine Wirkung entfaltet. Doch nur die Sportler an den Pranger zu stellen, wie es in manchen reflexartigen Reaktionen den Eindruck hatte, ist bei allem verständlichen Ärger freilich zu wenig. Am System Spitzensport - in dem Betreuer, Funktionäre, Sponsoren, Medien, Politik und Fans alle ihre Rolle spielen - hat sich seit Turin schließlich nichts geändert. Die Schuld irgendeiner Macht von außen zuzuschieben und - in Verkennung der Tatsachen, dass zuletzt und auch aktuell andere Länder ebenso betroffen waren - Verschwörungstheorien zu spinnen, hilft ebenfalls niemandem weiter. Denn das würde bedeuten, dass Österreich nicht nur "too small for good doping" ist - sondern auch lernunfähig im Sinne einer Aufarbeitung.