Wenn der deutsche Springer Verlag, wenn auch nur in Teilen, verkauft wird, ist Achtsamkeit geboten. Immerhin verfügt der Verlag mit der "Bild" und deren Schwester für fortgeschrittene Leser ("Welt") immer noch über publizistische Muskelkraft, die bisweilen in politischen Kapriolen mündet. Sicherlich, im Vergleich zu den 80er Jahren ist das alles ein Schatten seiner selbst - aber doch. Nun hat also Springer Gespräche mit dem US-Investor KKR über eine strategische Beteiligung bestätigt. Der Verhandlungsstand sehe vor, dass die Amerikaner zusammen mit Beteiligungsgesellschaften von Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner ein Kaufangebot für die restlichen Aktien vorlegten, heißt es. Wie viele Anteile die Amerikaner letztlich erwerben, wird wohl auch vom Kaufangebot abhängen. KKR ist als Finanzinvestor grundsätzlich unverdächtig, diese sind normalerweise eher an Zahlen denn an politischem Einfluss interessiert. Zudem kennt man einander: Von 2006 bis 2013 war KKR an ProSiebenSat1 beteiligt. Dass es wohl nicht mehr um Print geht, zeigt eine weitere Zahl: 71 Prozent der Springer-Umsätze kommen mittlerweile von den Online-Portalen wie Business Insider oder Stepstone.

Und dennoch gibt der Einstieg der Branche etwas Hoffnung. Er zeigt, dass die deutschen Medien immer noch als gutes Geschäft gelten, das man zu einem ordentlichen Preis erwerben kann. Das meint auch Silvio Berlusconi. Seine Mediaset erwarb kürzlich knapp zehn Prozent von ProSiebenSat1.