Nach dem Finale ist vor dem Finale. Und ist noch mal vor dem Finale. Nach den Endspielen um Europa und Champions League pickt die lange, lange Saison nicht nur auf den Kickerbeinen wie Blei, sondern auch so manchem Zuseher würde eine Verschnaufpause ganz guttun.

Doch vorbei ist es noch lange nicht, denn nach dem Saisonhöhepunkt mit dem leider recht mauen Königsklassen-Finale zwischen Liverpool und Tottenham (2:0) heißt es für viele Endspiel-Akteure noch einmal Koffer packen und auf nach Portugal - nicht jedoch zum Urlauben, sondern um dort bis Sonntag um die nächste Trophäe zu rittern. England, Niederlande, Schweiz und Portugal stehen bekanntlich im Finalturnier der Uefa-Nations-League. Kaum ist dieser Bewerb abgepfiffen, wartet in Italien für viele Jungprofis die U21-EM - heuer erstmals mit österreichischer Beteiligung; und ab Freitag rollt das runde Leder einen ganzen Monat lang auch durch Frankreich - bei der Fifa-Frauen-WM.

Und dann wäre da ja auch noch die reguläre EM-Qualifikation der Männer-A-Teams, die der ÖFB-Auswahl am Freitag gegen Slowenien und am Montag in Nordmazedonien zwei kleine Endspiele beschert. Teamchef Franco Foda hat zwar bereits anklingen lassen, kein Freund des Länderspieltermins im Juni zu sein - doch nach der Schmach von Israel (2:4) wird der Deutsche wohl keine Wutrede wie sein Vorgänger benötigen, um seinen um Wiedergutmachung kämpfenden Kickern Beine zu machen.

Vor zwei Jahren mutierte Marcel Koller vor dem Spiel in Irland (1:1) kurzfristig zum polternden Peitschenknaller, weil seine Spieler mit dem Kopf schon im Urlaub weilten. Aber wir erinnern uns auch an die Team-Hochform vor genau einem Jahr mit Siegen über Russland und Deutschland; und wer im Juni eher nicht mehr kicken will, der sollte die Qualifikation für die EM (ab 12. Juni 2020) gleich sein lassen.