"Pepi, lass mi eine . . ." So lautet das neue Buch des langjährigen ORF-Sportreporters Peter Elstner, das dieser Tage im Seifert-Verlag erschienen ist. 248 Seiten, gefüllt mit Erlebnissen und Anekdoten aus fünf Jahrzehnten, erwarten da den Leser. Die Entscheidung, ein Zitat aus einer Live-Schaltung nach dem legendären 3:0-Erfolg der österreichischen Nationalelf in der WM-Qualifikation gegen die DDR am 15. November 1989 zum Buchtitel zu erheben, erwies sich da durchaus als klug. Zumal die dazugehörige TV-Szene, in der Elstner vor laufender Kamera versucht, mit dem Mikrophon in der Hand bis in die Kabine von Trainer Josef "Pepi" Hickersberger vorzudringen, nicht nur wirklich komisch ist, sondern auch völlig aus der Zeit gefallen scheint.

Heute würde sich wohl kaum ein Journalist trauen, was Elstner damals in beharrlicher Stalking-Manier aufgeführt hat. "Wir stehen jetzt vor der Kabine, aber die österreichische Mannschaft lässt uns leider nicht hinein", sagt er vor verschlossener Türe. Anstatt aber unverrichteter Dinge abzuziehen, schaltet der Mann auf den Belagerungsmodus und versucht es, als die Tür einmal kurz einen Spalt aufgeht, erneut. "Darf jetzt wer herkommen? Herr Hickersberger, kann bitte der Lindenberger herkommen oder ein Spieler, bitte, wir sind nur zwei Minuten auf Sendung, das ist live alles", ruft er und wird grantig: "Na gut, dann sagen wir Danke und lassen euch im Jubel allein, schade, dass die Zuschauer nicht dabei sein dürfen."

Tja, vor 30 Jahren war so etwas also noch möglich. Eine herrliches Stück Fußballgeschichte. Allerdings muss man dazusagen, dass die Reaktion des Teamchefs auch eine Vorgeschichte hat. Erst hatte der ORF Tage zuvor in seiner Sendung "Sport am Montag" die Nationalmannschaft mit einer seltsamen Umfrage zum Thema "Wer ist der schönste Teamspieler" verärgert, dann wurde auch noch Toni Polster vor Beginn des DDR-Spiels vom Publikum ausgepfiffen.

Es lohnt sich also, das ganze Video online anzuschauen. Polster kommt hier auch zu Wort. Kaugummi kauend im Interview.