Es ist ein wildes Gebäude, zwei stilisierte Reifen winden sich um das Dach, es hat eine sonderbare architektonische Dynamik. Und es ist für Mattighofen wahrscheinlich ein ziemlich progressiver Bau. Bei dem Gebäude handelt es sich um die Motohall des dort ansässigen Motorradunternehmens KTM. Das ist ein Erlebnis-Museum für alle, die sich für Motorradrennen interessieren. Das ist nur plausibel, handelt es sich bei KTM doch um ein weltweit führendes Unternehmen in dem Bereich. Das kann sich so ein Aushängeschild schon gut leisten.

Nun ist es aber so, dass sich KTM das nicht allein geleistet hat. Und vom Land Oberösterreich auch üppig gefördert wurde. 4,5 Millionen Euro wurden zu dem 35-Millionen-Projekt zugeschossen. Das wäre so jetzt auch noch nicht verwerflich. Dass freilich von den 4,5 Millionen Euro ein erklecklicher Teil, nämlich 600.000, ausgerechnet aus dem Kulturbudget kamen, macht keinen schlanken Fuß. Zumal gleichzeitig die Gelder für die freie Szene und regionale Projekte gekürzt wurden. Also für tatsächliche Kulturprojekte - und keine versteckten Werbemaßnahme für ein Milliardenunternehmen.

Der oberösterreichische Landeskulturdirektor Reinhold Kräter beteuert, dass die Förderquote für zeitgenössische Kunst seit vielen Jahren in Oberösterreich über 90 Prozent liege. Schade, wenn man nun durch diese unschöne Optik den Verdacht genährt hat, dass die Verteilungsgerechtigkeit mitunter etwas schludrig interpretiert wird.