Es sind mittlerweile ikonische Fernsehbilder, und so mancher hört automatisch beim Anblick einer bunten Cremetorte jemanden mit Schmelz singen: "I bin hoid gonz allaa". Am Mittwoch hat der ORF die letzte Folge der Partnersuche-Sendung "Liebesg’schichten und Heiratssachen" ausgestrahlt. Es waren die letzten Folgen, die die legendäre Elizabeth T. Spira noch selbst gestalten konnte. Im März dieses Jahres ist die Filmemacherin mit 76 Jahren gestorben.

Posthum hat sie dem Öffentlich-Rechtlichen so wie jedes Jahr einen Quotenknüller beschert. In Summe sahen 3,546 Millionen Menschen die zehn Folgen der Verkupplungsshow, durchschnittlich waren bei den Episoden 884.000 Zuseher dabei. Dieses Vermächtnis Spiras ist ein Phänomen. Auch wenn das Geheimnis des Erfolgs eigentlich auf der Hand liegt. Früher gerne als Sozialpornografin verschrien, hat die Journalistin eine der wenigen herzerwärmenden Inseln der Menschlichkeit geschaffen. Hier haben tatsächlich Menschen ihre Einsamkeit überwinden können - unvergessen das ungläubige Glück, mit dem manche von der Flut der Zuschriften erzählten. ORF-Channelmanager Alexander Hofer hat nun eine Fortsetzung des Formats angekündigt: "Eine unverwechselbare Marke wie die ,Liebesg’schichten‘ gibt man nicht auf. Das sind wir Toni Spira schuldig, aber auch ihrem Publikum." Es wird nicht leicht, in diese Fußstapfen zu treten. Ganz sicher werden die "Liebesg’schichten" ohne ihre heisere Stimme aus dem Off nicht dieselben sein.