Es gibt ein paar Fixpunkte zu Weihnachten: Das Lametta war früher mehr, am 24. Dezember schneit es definitiv nicht, und des Österreichers Lieblingskekse sind alle Jahre wieder Vanillekipferl. Die kleinen, die schon zerfallen, wenn man sie anschaut. Die man wegen ihrer Fragilität erst macht, wenn man mit dem Mürbteigkeks-Zuckerperlenfiasko mit den Kindern schon fertig ist. Wenn also das Lied "In der Weihnachtsbäckerei" nur noch als renitenter Ohrwurm nachklingt. Weil das natürlich der Soundtrack in der Glasurmanufaktur sein muss. Nun erfuhr man diese Woche, dass dieses Lied ein Betrug ist. Rolf Zuckowski, der Liedermacher, der "In der Weihnachtsbäckerei" komponiert hat, hat völlig arglos gestanden: "Ich habe noch nie Plätzchen gebacken."

Das ist natürlich eine herbe Enttäuschung, ein mittlerer Skandal und jedenfalls ein Authentizitätsverlust allererster Güte. Hätte man sich aber eh schon denken können. "Einfach frei nach Schnauze backen", weil einer das "Rezept verschleppt" - ja, das soll er mal probieren mit Vanillekipferln, der gute Herr Zuckowski.

Das ist, wie wenn man sich ein Linzer Auge vom Keksteller nimmt und dann ist gar keine Marmelade drin. Oder ein Kokosbusserl und es ist dann nur so ein Verlierer-Nusshaufen. Das geht nicht an, dass Weihnachtslieder keinen wahren Kern haben! "Stille Nacht" ist ja auch ein wahrhaftiges Lied - also bis zu dem Zeitpunkt, wo die ganze Familie "Stille Nacht" singt, jeder in seiner eigenen Tonart.