Es ist 9.52 Uhr - definitiv Schulzeit. Dennoch ein Anruf:

Tochter: "Ich bin am 31. nicht zu Hause."

Mutter: "Warum?"

Tochter: "Ich schlaf bei Mara."

Mutter: "Aha, aber wäre eine andere Formulierung nicht korrekter? Etwa: Ist es okay, dass ich am 31. bei Mara übernachte?"

Tochter: "Ja, richtig."

Mutter: "Na dann wäre das ja für das nächste Mal geklärt. Es ist übrigens in Ordnung."

Einem kurzen, mädchenliken, unüberhörbaren Grinser folgt immerhin ein "Danke".

Wir wissen: Der Ton macht die Musik. Gegenüber Eltern passt er halt dann doch nicht immer. Einmal fordernd, einmal frech, einmal mit Vorwürfen gespickt. "Du verstehst mich sowieso nicht." - Die Pubertät einer 14-Jährigen in vollen Zügen zu erleben, trägt dazu bei, dass man an Lebenserfahrung gewinnt. Und das nicht zu wenig.

Es als selbstverständlich ansehen, dass sich am Wochenende nächtens das Elterntaxi 40 Kilometer weit auf den Weg macht, nachdem nachmittags ganz salopp die Information "Heut’ geh ich street" (Übersetzung: "Heute treffe ich mich mit Freunden") erfolgt war, oder gar mit gefälschter Unterschrift dem Unterricht entfliehen. Die Auswüchse sind unterschiedlich stark, und vieles dabei erinnert zugegebenermaßen an die eigene Jugend. Damit Vergleiche zu ziehen, macht das Leben schon viel leichter und lässt manchmal doch Verständnis aufflackern, gefolgt von einem Augenzwinkern. Dennoch: Ohne guten Ton ist Schluss mit lustig.