Es ist angesichts der gesundheitlichen Bedrohung zwar nicht prioritär, andererseits aber auch nicht mehr zu leugnen: Das Coronavirus, das sich von China ausgehend sprunghaft nach Europa und mittlerweile auch nach Österreich ausgebreitet hat, ist längst im Sport angekommen.

Schon in den vergangenen Wochen hagelte es Absagen und Verschiebungen von Wettkämpfen in China und den angrenzenden Ländern, nach den Ausbrüchen in Italien am Wochenende wird nun auch dort der Kalender durcheinandergewirbelt: So werden in dieser Woche alle Wintersportveranstaltungen gestrichen, auch das Ski-Weltcup-Finale in Cortina Ende März wackelt gehörig. Das Europa-League-Spiel zwischen Inter und Ludogorets am Donnerstag wird - wie wohl eine Serie an Matches der italienischen Liga am Wochenende, so sie nicht ganz ausfällt - vor leeren Rängen ausgetragen. In Israel wiederum werden zum Tel-Aviv-Marathon am Freitag gleich gar keine Teilnehmer aus dem Ausland zugelassen.

Und was sagt das Internationale Olympische Komitee, das in wenigen Monaten die größte Sportveranstaltung der Welt in Tokio austragen will? "Die Vorbereitungen werden wie geplant fortgesetzt." Man sei zuversichtlich, dass "die zuständigen Behörden, insbesondere in Japan und China, alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um mit der Situation umzugehen", hieß es am Dienstag auf Anfrage der deutschen Presse-Agentur. Dabei kann kaum jemand sagen, welche Maßnahmen dies sein sollen, auch Virologen trauen sich keine seriöse Einschätzung für die kommenden Monaten zu. Da kann man es dem IOC nicht übel nehmen, dass es selbst nicht weiß, wie es damit umgehen soll. Nur Abwarten und Sake Trinken ist halt auch keine Option, die die Vorfreude auf ein fröhliches Sportfest schürt.