Viel war von Solidarität zu lesen und zu hören in den ersten Wochen der Corona-Krise, nicht nur, aber auch im Fußball: Von den Jüngeren, die den Älteren zu helfen hätten, den Reicheren, die die weniger Betuchten unterstützen sollten, von Fußballern, die freiwillig auf Gehalt verzichten sollten, um das Überleben ihrer Klubs (und damit auch der Strukturen generell) zu sichern; ja, gar von einer Zeitenwende im Fußball die Rede. Und vieles war zumindest von der Idee her richtig davon. Doch nun, nachdem die deutsche Bundesliga ihre ersten Runden gedreht hat, kann man sich schon vorstellen, dass diese Wende zumindest sportlich - was ja wiederum direkte Auswirkungen auf das Finanzielle hat und vice versa - ausbleiben dürfte. Aus Sicht der Bayern lesen sich die Ergebnisse so: 2:0 gegen Union Berlin, 5:2 gegen Frankfurt, 1:0 gegen BVB, 5:0 gegen Düsseldorf. Auch der BVB (6:1 gegen Paderborn) und Leipzig (4:2 gegen Köln) lieferten zuletzt klare Siege.

In Deutschland nichts Neues also. Wiewohl es solche Ergebnisse schon vor Corona gegeben hat, ein Trend noch (lange) nicht absehbar ist und man erst sehen wird, wie sich die Lage in anderen Ligen entwickelt - aktuell steht Österreich mit dem Saisonstart im Blickpunkt -, scheint es offensichtlich, dass die Schere nicht kleiner werden wird. Finanzstärkere Teams hatten nun einmal bessere Möglichkeiten, auf die Krise zu reagieren, zu trainieren und Ressourcen zu nützen, als dies kleineren möglich war beziehungsweise auch ohne Corona ist. Das ist weder unlogisch noch den Vereinen zum Vorwurf zu machen. Nur das Gerede von der Solidarität und den neuen Zeiten kann man sich dann auch ersparen.