Jetzt haben die Herausfinder wieder etwas herausgefunden. Das Resultat ist eine zweifache Revolution: erstens eine der Gewichtsreduktion und zweitens eine der Musikwissenschaft. Zu verdanken ist es dänischen Wissenschaftern.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Alsdann: Wer langsamer isst, wird schneller satt, nimmt weniger Kalorien auf und bleibt eher schlank. So weit, so bekannt. Jetzt die Neuigkeit: Wenn man während des Essens langsame Musik hört, passt sich der Rhythmus des Kauens an den der Musik an, und man isst langsamer.

Das sind, je nach Musikgeschmack, wunderbare oder katastrophale Nachrichten. Rossinis alerte Allegri zum Beispiel werden wohl eher Dickmacher sein - was im Grund zum komponierenden Koch recht gut passt.

Wagners lastende Langsamkeit hingegen ist die reine Diät: "Walküre" statt Weight Watchers, "Tannhäuser" statt Trennkost. Dann passt man auch in die Sitze im Bayreuther Zuschauerraum. Und ganz ehrlich: Abnehmen ist nun einmal schwer.

Radikalkuren können mit den Schneckentempi von Arvo Pärt vollzogen werden. Gustav Mahlers Adagietto dirigiert von Leonard Bernstein hingegen ist problematisch, da Null-Diäten ungesund sind. Bisher unerforscht ist die Auswirkung synkopierter Musik, womit es unklar ist, ob ein Schweinsbraten, genossen zu Strawinskis "Sacre du printemps", zu einer Gewichtszu- oder einer Gewichtsabnahme führt.

Dringendst abgeraten wird von avantgardistischer Neuer Musik. Dann schon lieber die alt-römische Pfauenfeder.