Mit Fußballerwahlen ist es ja immer so eine Sache. Vergleicht man die Tore, vergleicht man die Spielweise, die Mannschaftsdienlichkeit - oder ist es am Ende doch die Sympathie, die die entscheidenden Punkte bringt? Damit diese Diskussion gar nicht erst aufkommt und vor allem letztere Frage mit einem entschiedenen Ja beantwortet werden kann, hat die europäische Fußball-Konföderation Uefa schon vor geraumer Zeit den "President’s Award" ins Leben gerufen. Er wird an Persönlichkeiten vergeben, die nicht nur mit herausragenden Leistungen, sondern auch mit "beispielhafter persönlicher Tugend" auffallen.

Nun kann man darüber streiten, welche dies beim amtierenden Preisträger Eric Cantona wohl gewesen sein mag, der zeit seiner Karriere ebenso populär wie polarisierend war. Über jenen Mann, der am Donnerstag im Rahmen der Champions-League-Auslosung (ab 17 Uhr) ausgezeichnet wird, wird es da wohl eher weniger Diskussionen geben. Der ivorische Ex-Stürmer Didier Drogba darf dann den Preis von Aleksander Ceferin entgegennehmen.

Kaum jemand wird es dem 42-Jährigen aus der ehemaligen ivorischen Hauptstadt Abidjan missgönnen - mit seinem Einsatz für humanitäre Projekte, für Bildung und Gesundheitsvorsorge und für die Aussöhnung verfeindeter Ethnien hat er mindestens so viel geleistet wie mit seinen Toren. Ehrung, wem Ehre gebührt.