Es war erst vor einem guten Monat, als aus den USA beunruhigende Nachrichten kamen. In Atlanta wurden acht Menschen bei einem Schusswaffenattentat in drei Massagestudios getötet. Am Tag des Anschlags veröffentlichte die amerikanische Organisation "Stop AAPI (Asian Americans and Pacific Islanders, Anm.) Hate" einen Bericht, demzufolge Hassverbrechen gegen asiatischstämmige Menschen in den USA im vergangenen Jahr zugenommen haben. Fast 38.000 Übergriffe wurden registriert. Frauen waren überdurchschnittlich oft betroffen. In den Tagen darauf gab es immer wieder Meldungen von Menschen, die auf offener Straße grundlos gewalttätig angegriffen wurden. Der Bericht der Organisation legt nahe, dass es zwar mehr Meldungen für eine durch das Attentat aufgeschreckte Öffentlichkeit gegeben hat - die gemeldeten Taten aber längst zur Lebensrealität für asiatische Amerikaner gehörten.

Daran hat nicht wenig Anteil, dass der nicht mehr amtierende US-Präsident beständig vom Coronavirus als dem "China-Virus" gesprochen hat. Und so einen ungeheuerlichen Generalverdacht auf alle Asiaten gelegt hat. Eine Minderheit, die seit Jahren gegen ihre Unsichtbarkeit ankämpft, etwa auch in Filmen, in Hollywood. Nun hat mit Chloé Zhao eine in den USA lebende Chinesin den wichtigsten Filmpreis gewonnen, den Oscar für den besten Film. Das ist nicht nur ein gefeiertes Symbol der immer wieder geforderten Diversität, es ist ein für die USA wichtiges gesellschaftspolitisches Signal.