Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie ohne das Werk von Tim Berners-Lee diese Zeilen nicht lesen würden - sofern Sie nicht zu den Abonnenten der Print-Zeitung gehören. Denn ohne jene 9.555 Programmzeilen des oben genannten Programmierers und Wissenschafters hätte es das Internet, wie wir es kennen, vielleicht nicht gegeben. Oder anders gegeben.

Das Auktionshaus Sotheby’s hat den Wert des digitalen Artefakts erkannt und den Original-Programmcode des World Wide Web am Dienstag versteigert. Es ist ein Pilotprojekt, denn wie versteigert man das "Original" eines Codes, der überall zugegen ist? Es dürfte geklappt haben, denn ein Bieter bezahlt 5,4 Millionen Dollar für die 1990 von Berners-Lee geschriebenen Zeilen. Ein stolzer Preis, aber auch angemessen für eine Software, die die Welt revolutioniert hat und wohl eine der wichtigsten Erfindungen seit dem Buchdruck ist.

Was aber ist da das Original?

Versteigert wurde die Software als Non-Fungible Token (NFT), eine Art Echtheitsnachweis, mit dem digitale Objekte wie Programme, Bilder, Videos oder Musik als Originale signiert werden können. Erst das macht sie für Sammler interessant. NFTs erfreuen sich wachsender Beliebtheit und haben sich inzwischen zu einem Multi-Millionen-Dollar-Markt entwickelt.

Beim versteigerten Paket war übrigens nicht nur der Token, sondern auch ein HTML-Document mit einer Bedienungsanleitung dabei. Falls der Käufer technisch nicht so fit ist.