"Ansturm am Zentralfriedhof erwartet": Das ist eine Schlagzeile, die man vor ein paar Monaten noch mit bangem Herzen gelesen hätte. Glücklicherweise ist die Nachricht aber nun wieder so zu verstehen, wie sie im mit dem Morbiden gern tändelnden Wien eh normal ist: Irgendeine Veranstaltung lockt die Massen zum größten Totenacker der Stadt. Denn der Zentralfriedhof ist bekanntlich nicht nur ein Friedhof, er ist ein Freizeitareal. Am 8. September findet also vor der Lueger-Kirche ein Open-Air-Konzert statt. Damit sich bei tausenden erwarteten Besuchern der Ansturm auf den Friedhof nicht in ein paar Monaten doch auf die andere Weise wiederholt, muss man sich registrieren, und es gilt die 3G-Regel. Und zwar für das gesamte Areal, auch wenn man nur ein Grab besuchen will. Davon rät die Bestattung Wien an diesem Tag sowieso ab. Also, wenn die Urli genau am 8. September ihren Todestag hat, hat sie halt Pech gehabt und muss auf ihr Kerzerl warten. Ist ja nicht so schlimm, oder?

Das wäre doch an diesem Abend eine perfekte Gelegenheit, das einmal zu testen. Von Geisterjägern, die im Umfeld des Konzerts nach paranormalen Aktivitäten Ausschau halten könnten. Ob die Urli zum Beispiel aus Ärger oder nur im Rhythmus rotiert. Schließlich soll auch Wolfgang Ambros sein "Es lebe der Zentralfriedhof" live vor Ort intonieren. Gibt es einen besseren Anlass, um nachzuprüfen, ob dort hinten bei der Marmorgruft wirklich zwa Skelette mit zwei Urnen anstessn und saufen um die Wette?