Paris Saint-Germain sind knapp 190 Millionen Euro für Kylian Mbappe noch zu wenig (weswegen dessen mögliches Engagement bei Real Madrid platzte), der FC Barcelona verschenkt mehr oder minder seine besten Spieler - Lionel Messi ganz, Antoine Griezmann zumindest vorübergehend. Der Franzose war am letzten Tag vor Schließen des Transferfensters der letzte prominente Spieler, der die Seiten, respektive den Verein, wechselte und auf Leihbasis zu seinem Ex-Klub Atletico Madrid zurückkehrt.

Diese beiden Pole illustrieren gut die Absurdität des Fußballmarktes, der sich durch Corona nicht, wie von manchen erhofft, normalisiert hat, sondern im Gegenteil immer bedenklichere Blüten treibt. Die Saat wurde freilich schon viel früher ausgelegt. Beseelt oder besser: berauscht vom bisher letzten Champions-League-Triumph 2015 zahlte der FC Barcelona nicht nur üppige Ablösen für seine Neuankömmlinge, nein, er stattete sie auch noch mit horrenden Gehältern aus, die nunmehr nicht zu stemmen sind und (mit) zu einem horrenden Schuldenberg führten.

Antoine Griezmann 
- © afp / Lluis Gene

Antoine Griezmann

- © afp / Lluis Gene

Griezmann dient dabei unfreiwillig als Symbol: Seine Ankunft im Jahr 2019 ließ man sich nicht nur ein juristisches Tauziehen mit Atletico Madrid und ein unwürdiges Schauspiel in der Öffentlichkeit kosten, sondern auch eine Ablöse von 120 Millionen Euro und ein überdurchschnittliches Salär. Verständlich einerseits, war doch Griezmann der Star Atleticos, Vizeeuropameister, Weltmeister und Spieler des WM-Finales 2018.

Luuk de Jong 
- © afp / Peter Dejong

Luuk de Jong

- © afp / Peter Dejong

Dann aber ging sein Marktwert stetig zurück: Nach dem Hoch von 2018, als dieser auf 150 Millionen Euro taxiert worden war, liegt er nun nur noch bei 60 Millionen. Doch ist er deswegen an Barcelona gescheitert? Keineswegs. In der vergangenen Saison lag er in der Klub-Rangliste sowohl bei den Toren als auch bei den Assists an zweiter Stelle - jeweils hinter Messi, der nun ebenfalls abgegeben werden musste. Stattdessen verpflichtete Barcelona Luuk de Jong auf Leihbasis - einen Spieler, der einst schon in der deutschen Bundesliga bei Mönchengladbach als Flop galt und beim Sevilla in dieser Saison noch keine einzige Minute gespielt hat. Nun ist es freilich unfair, dass diese beiden Spieler als Symbol des Versagens herhalten müssen. Denn versagt hat einzig und alleine Barcelona in seiner Hybris. Und das sollte Warnung genug sein.