Kommt ein Mann mit Baby in ein Babyfachgeschäft und will einen Babyschwimmreifen kaufen. Haben wir derzeit nicht, sagt die Verkäuferin, sie könne aber zeitnah einen organisieren. Gut, sagt der Mann, kommt ein paar Tage später wieder und kauft ein Plastikprodukt für rund 20 Euro.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.

Nur leider: Daheim stellt sich heraus, dass dies nicht der gewünschte Baby-Ring ist, sondern einer für größere Planscher (der Baby-Durchrutsch-Schutz fehlt). Also geht’s ein drittes Mal in das Geschäft. Nun will der Mann sein Geld zurück: Er hat seinen Wunsch ja glasklar (mit Baby!) am richtigen Ort (Babyfachgeschäft!) kundgetan.

Die Sache endet glimpflich: Nach einer letzten Hürde (einer leidigen Debatte im Shop) gibt es tatsächlich das Geld retour. Im Grunde ist der Fall jedoch ärgerlich. Da will man mit den hehrsten Absichten den Handel vor Ort stärken - und wird erst recht in die Arme von Amazon getrieben, jenem Online-Goliath, der Babyschwimmreifen en masse verkauft - zum Schnäppchenpreis.

Haben die Lücken im Sortiment des lokalen Handels Amazons Erfolg beflügelt? Oder sind diese Lücken vielmehr erst durch das Wirken von Amazon entstanden? Im Wiener Geschäft lässt sich diese Henne-Ei-Frage nicht klären. Man bekommt hier aber vom Personal eine andere Erklärung für die fehlenden Schwimmreifen geliefert. Und zwar: Weil gerade Winter ist.

Seltsam. Der Trend zum familiären Thermenbesuch, er scheint im Babyfachhandel noch recht unbekannt zu sein.