Valérie Trierweiler ist fuchsteufelswild. Ohne, dass sie jemand informiert - oder gar um Erlaubnis gefragt - hätte, ziert ihr Bild die Titelseite der aktuellen Ausgabe von "Paris Match". Dabei wäre es gar nicht einmal schwierig gewesen, sie zu erreichen, denn die 47-Jährige war viele Jahre bei dem renommierten französischen Gesellschaftsmagazin als Journalistin tätig. Doch heute ist sie mehr als das: Sie ist auch noch die Lebensgefährtin des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande. In diesem Fall ist offensichtlich klar, wo die Prioritäten des Mediums liegen. Hollande sitzt neben ihr im Bild; dazu kommt die Überschrift: "Valérie, der Charme-Trumpf von François Hollande."

In der Tat ist Trierweiler die Frau hinter dem Sozialisten, die hart daran mitgearbeitet haben dürfte, ihn fit für die Kandidatur zu machen. Ihm zuliebe hat sie ihren Beruf als politische Starreporterin auf Eis gelegt - aus "Glaubwürdigkeitsgründen". Die Beziehung hatte als verbotene Liebe begonnen, während Hollandes damalige Lebensgefährtin Ségolène Royal bei den letzten Präsidentschaftswahlen kandidierte. Trierweiler war derweil noch verheiratet. Erst vor zwei Jahren machten sie ihre Beziehung offiziell publik. Da setzte dann auch ein Wandel Hollandes ein: Aus dem pummeligen, harmlosen Mann im ausgebeulten Anzug wurde ein schlanker, angriffslustiger und penibel gestylter Politiker.

Gekannt haben sich die beiden schon lange. Immerhin war Trierweiler nach ihrem Politikstudium an der Sorbonne bei "Paris Match" für die Berichterstattung über die Sozialisten zuständig.

So traf es sie wie ein "Schock", sich unvorbereitet auf "ihrem" Titelblatt wiederzufinden. Sie gratulierte dem "Paris Match" zu "Sexismus am Tag der Frauenrechte". Auch wenn der Titel durchaus auch positiv aufgefasst werden kann, so ist das Blatt doch ein wenig vorbelastet, wenn es um das Ablichten von Frauen von Präsidentschaftskandidaten geht. 2006 wurde der Chefredakteur entlassen, nachdem er auf der Titelseite ein Foto von der damaligen Frau des heutigen Präsidenten Nicolas Sarkozy, Cécilia, mit ihrem damaligen Geliebten gebracht hatte. Den Rausschmiss hatte der Verlagseigentümer und Freund Sarkozys, Arnaud Lagardère, so verfügt.

Dabei hat Trierweiler schon schlimmere Erfahrungen an der Seite Hollandes gemacht. Anfang Oktober deckte das Nachrichtenmagazin "L’Express" auf, dass Geheimdienstagenten der Republik beauftragt worden waren, ihr Privatleben auszuspionieren. Die Affäre bestätigte auf eigene Weise eine Aussage, die Trierweiler schon vor längerer Zeit getätigt hatte: "Mehr als 20 Jahre lang war ich Beobachterin, jetzt werde ich selbst beobachtet."