Die Reaktionen waren die typischen: Wir waren’s nicht, die begonnen haben! Die anderen sind schuld! Und überhaupt geht man mit Rapid viel zu hart ins Gericht. So lasen sich die Kommentare der Fans in diversen Internetforen, nachdem die Strafe gegen Rapid - ein Geisterspiel, 75.000 Euro und Ausschluss aus internationalen Bewerben auf Bewährung - für die Verfehlungen eines Teils der Anhängerschaft beim Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Paok Saloniki bekanntwurde. Und so ähnlich argumentierte auch Klub-Präsident Rudolf Edlinger. Es sei ja nur ein "kleiner Teil" gewesen, es handle sich um ein Auswärtsspiel und daher seiner Meinung nach um eine unverhältnismäßige Strafe.

Tamara Arthofer

Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Nur weiß auch Edlinger, dass eben gewisse Regeln gelten, selbst wenn man provoziert wird. Und eine Leuchtrakete in den gegnerischen Sektor zu schießen, geht halt gar nicht, da kennt die Uefa (zurecht) keinen Spaß. Und auch wenn es immer nur einen kleinen Teil betrifft, kann das große Wirkungen haben.

Gewiss, die Strafe ist hoch, sehr hoch sogar, aber sie ist durch den Strafenkatalog durchaus auch in dieser Höhe gedeckt. Unwahrscheinlich daher, dass Rapid mit einer Berufung durchkommen wird.

Mag sein, dass die Uefa ein Exempel setzen wollte. Wenn’s nützt, hat das Ganze dann wenigstens eine positive Wirkung gehabt. Wahrscheinlich ist das nicht. Schon gar nicht, wenn man sich in larmoyanter Art immer wieder nur selbst verfolgt sieht.